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D&O-Policen von Gross- oder börsenkotierten Unternehmen

 
Definition
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Unternehmen aus allen Wirtschaftsbranchen, ausgenommen Finanzinstitute,
-    mit mehr als 250 Mitarbeitern oder
-    mit öffentlich oder an einer Börse gehandelten Wertpapieren.
 
 
Checkliste: Worauf sollten Grossunternehmen bei D&O-Policen besonders achten?
   Sind bei Beginn der Police alle gewünschten Tochtergesellschaften in der Police eingeschlossen
       (Definition „Tochtergesellschaften” und Kontrolle anhand Firmenorganigramm) ?
□   Ergibt sich bei Minderheitsbeteiligungen Bedarf für den Einschluss von Drittmandaten?
   Wie sieht die Vorsorgedeckung für neue Töchter aus?
   Ist die örtliche Geltung der Police angemessen?
   Wird die Deckung für Ansprüche aus dem Innenverhältnis in USA oder common law Ländern 
      eingeschränkt?
   Welche besonderen USA-Ausschlüsse gibt es?
   Welche Deckung bietet die Police für Arbeitnehmerklagen? Sollte eine separate EPL-Police
      abgeschlossen werden?
   Welche Ansprüche oder Kosten deckt die Police bei Umweltschäden?
   Welche Versicherungssumme ist angemessen oder marktüblich?
 
Welche Folge hat eine Börsenkotierung ?
Börsenkotierte Unternehmen haben das grösste D&O-Haftungspotential. Das gilt natürlich vor allem für Kotierungen in den USA, inklusive ADRs (american depository receipts) und private placements (SEC rule 144). Die Gründe dafür liegen in zahlreichen zusätzlichen Pflichten (zu Information, Transparenz, Buchführung und Revision), erhöhten Corporate Governance Anforderungen und der grossen Zahl von Aktionären als potentielle Anspruchsteller. Als Folge davon zahlen börsenkotierte Unternehmen die höchsten D&O-Prämien und sollten deshalb regelmässig prüfen, ob sie noch marktgerecht sind.

Wenn ein Unternehmen neue Aktien oder Obligationen öffentlich zur Zeichnung anbietet, muss es einen Emissionsprospekt erstellen. Sorgfaltsverletzungen können zur persönlichen Prospekthaftung der dabei mitwirkenden Personen führen. Bei der erstmaligen Zulassung von Aktien an der Börse (IPO, Börsengang) sind zusätzlich noch diverse Pflichten gemäss den börsenrechtlichen Vorschriften zu erfüllen. Die Emission oder die Börsenzulassung von Wertpapieren wird in D&O-Policen als Gefahrserhöhung betrachtet und ist nie automatisch versichert. Einige Versicherer bieten empfehlenswerte Spezialpolicen an, die auf diese Ereignisse zugeschnitten sind, und eine feste Laufzeit von mehreren Jahren haben.
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