*
PrinterFriendly
Druckoptimierte Version
Menu
Home / Startseite Home / Startseite
Organhaftung Organhaftung
Haftung nach Aktienrecht Haftung nach Aktienrecht
Haftungsvoraussetzungen Haftungsvoraussetzungen
Weitere Haftungen Weitere Haftungen
Strafrecht Strafrecht
Anspruchsberechtigte Anspruchsberechtigte
Haftungsminderung Haftungsminderung
Sonderfragen Sonderfragen
D&O Schadenfälle D&O Schadenfälle
Schweiz Schweiz
Deutschland Deutschland
Restwelt Restwelt
D&O Versicherung D&O Versicherung
Grundlagen Grundlagen
Versicherte Leistungen Versicherte Leistungen
Zeitliche Deckung Zeitliche Deckung
Ausschlüsse Ausschlüsse
Gefahrsveränderungen Gefahrsveränderungen
Versicherungspraxis Versicherungspraxis
Unternehmen Unternehmen
KMU KMU
Stiftungen Stiftungen
Grossunternehmen Grossunternehmen
Finanzinstitute Finanzinstitute
Einzelmandate Einzelmandate
D&O Links D&O Links
D&O Versicherer D&O Versicherer
D&O Anwälte und Berater D&O Anwälte und Berater
Sitemap Sitemap

Die zeitliche Deckung von D&O-Policen

 
Laufzeit und Erneuerung
D&O-Policen werden praktisch immer mit einer Laufzeit von 1 Jahr abgeschlossen. Es gibt in der Regel weder Mehrjahresverträge noch stillschweigende Erneuerungen, was daran liegt, dass die Versicherer das Risiko (insbesondere die finanzielle Situation der Gesellschaft(en)) regelmässig überprüfen wollen. So läuft die Police nach 1 Jahr ab, wenn sie nicht ausdrücklich durch eine Vereinbarung um ein weiteres Jahr erneuert wird.
 
Welche Ansprüche fallen unter eine Police ?
D&O-Haftpflichtfälle können sich über einen langen Zeitraum erstrecken. Zwischen der schadenverursachenden Handlung (oder Unterlassung) und der erstmaligen Forderung nach Schadenersatz können mehrere Monate (oder gar Jahre) vergehen. In der Zwischenzeit kann sich die Versicherungssituation verändert haben und deshalb müssen die Policen ihre zeitliche Geltung klar definieren. Für D&O-Policen gilt das Anspruchserhebungsprinzip (claims made), d.h. sie versichern die Ansprüche, die vom Geschädigten erstmals während der Laufzeit der Police gegen eine versicherte Person erhoben werden. Als Anspruch im Sinne der Policen gelten die (schriftliche) Forderung auf Zahlung einer bestimmten Geldsumme, die Erhebung einer zivilrechtlichen Klage oder strafrechtlichen Anklage oder eines anderen Verfahrens.
 
Vorrisikoversicherung
Schweizer D&O-Policen gewähren in aller Regel (ohne Zusatzprämie) auch sogenannte Vorrisiko- oder Rückwärtsdeckung. Damit werden auch Pflichtverletzungen gedeckt, die vor dem Beginn der Police begangen wurden, soweit der daraus resultierende Schadenersatzanspruch erstmals während der Policenlaufzeit erhoben wurde. In besonderen Fällen wird die Rückwärtsdeckung bis zu einem bestimmten Datum (retroactive date) beschränkt oder ganz ausgeschlossen.
 
Nachrisikoversicherung und Meldung von Umständen
Das Anspruchserhebungsprinzip ist bei Policenbeginn vorteilhaft für die Versicherten. Am Policenende (wenn die Police nicht erneuert oder durch eine andere ersetzt wird) ist es aber negativ für ihn: Schadenersatzansprüche, die danach erhoben werden sind nicht mehr versichert, auch wenn Pflichtverletzung und Schadeneintritt noch während der Policenlaufzeit erfolgt sind. Um diese Folge abzuschwächen enthalten die Policen üblicherweise folgende Regelungen:
  • Nachrisikoversicherung (Schadennachmeldefrist, extended reporting period): Während einer bestimmten Zeit nach Policenende sind erstmals erhobene Schaden-ersatzansprüche noch versichert, wenn sie sich auf Pflichtverletzungen beziehen, die vor dem Policenende begangen wurden. Häufig erhält der Versicherungsnehmer die Option, bei Policenende Schadennachmeldefristen von bis zu 3 Jahren zu wählen, je nach Versicherungsangebot prämienfrei oder gegen Mehrprämie.
  • Nachrisikoversicherung für ausgeschiedene versicherte Personen: Während der Laufzeit der Police freiwillig oder ordentlich ausgeschiedene (im Gegensatz zu entlassenen) versicherte Personen erhalten meistens automatische und prämienfreie Nachmeldefristen von mehreren Jahren.
  • Meldung von Umständen: Wenn ein Versicherter während der Policenlaufzeit davon erfährt, dass jemand gegen ihn Schadenersatzansprüche stellen will, so hat er die Möglichkeit, dies dem Versicherer anzuzeigen. Soweit diese Meldung hinreichend konkret und detailliert ist, wird ein später tatsächlich erhobener Anspruch auf das Datum der Umstandsmeldung zuzückdatiert. 
Was ist ein run-off?
Die meisten D&O-Policen sehen vor, dass sich die Deckung bei folgenden Ereignissen verändert:
  • Fusion (mit Untergang) des Unternehmens
  • Kontrollwechsel (Beherrschung), d.h. die Aktienmehrheit geht an 1 anderen Aktionär über
  • Konkurseröffnung, Nachlassstundung, Liquidation o.ä.
In diesen Fällen bleibt die Police zwar noch bis zu ihrem normalen Ablauf bestehen, aber sie deckt nur noch Schadenersatzansprüche für Pflichtverletzungen, die vor dem Datum des Ereignisses begangen wurden, und nicht mehr solche danach (run-off).
Impressum - Login
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail