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D&O-Policen von Gross- oder börsenkotierten Unternehmen

Definition
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf grosse Unternehmen (ab ca. 250 MA oder mehr als 250 mio Umsatz) aus allen Wirtschaftsbranchen, ausgenommen Finanzinstitute, und auf börsenkotierte Unternehmen.

Checkliste: Worauf sollten Grossunternehmen bei D&O-Policen besonders achten?
  • Sind bei Beginn der Police alle gewünschten Tochtergesellschaften in der Police eingeschlossen (Definition „Tochtergesellschaften” und Kontrolle anhand Firmenorganigramm)
  • Wie sieht die Vorsorgedeckung für neue Töchter aus?
  • Gibt es die Möglichkeit, für ausscheidene TGs eine Nachmeldefrist einzukaufen?
  • Ergibt sich bei Minderheitsbeteiligungen Bedarf für den Einschluss von Drittmandaten?
  • USA: Wird die Deckung für Ansprüche aus dem Innenverhältnis in USA oder common law Ländern eingeschränkt? Welche weiteren besonderen USA-Ausschlüsse gibt es?
  • Welche Deckung bietet die Police für Arbeitnehmerklagen? Sollte eine separate EPL-Police      (employment practices liability) abgeschlossen werden?
  • Können die Prämien durch eine geschickte Kombination von Mitversicherung und Exzedentenversicherung optimiert werden?
  • Bei Auslandstochtergesellschaften ein Internationales Versicherungsprogramm abschliessen

Ausländische Tochtergesellschaften
Lange Zeit wurden in Schweizer D&O-Policen "problemlos" auch die Organe von ausländischen Tochtergesellschaften mitversichert. In den meisten Ländern ist dies aber verboten, weil sie vorschreiben, dass inländische Risiken nur bei einer in ihrem Land zugelassenen Versicherungsgesellschaft versichert werden dürfen. Ausserdem wird mit einer solchen "non-admitted" Versicherung gegen nationale Steuergesetze verstossen, weil auf die Prämienanteile für die ausländischen Risiken keine Versicherungssteuer abgeführt wird. 
Viele Versicherer bieten als Alternative eine Deckung für das finanzielle Interesse des Versicherungs-nehmers (Holding-/Muttergesellschaft) an der ausländischen Tocher an (FINC = financial interest clause). Wenn es einen Haftpflichtanspruch gegen das ausländische Organ gibt und die TG die Haftung übernimmt, dann wird ihr Wert gemindert und der D&O-Versicherer ersetzt dem schweizer VN diese Wertminderung. Diese Deckung ist aber sehr lückenhaft: sie funktioniert nicht, wenn die ausländische TG die Haftung des Organs nicht übernehmen kann oder darf (z.B. im Konkursfall oder bei einem Innenanspruch) und das ausländische Organ erhält im Schadenfall keine Unterstützung vom Versicherer.
Die einzige Löstung, die vollwertig und compliant ist, besteht darin, im Ausland Lokalpolicen zu erstellen (entweder bei anderen Versicherern oder als Teile eines integrierten Versicherungsprogramms). Dabei genügt für alle Länder der EU eine einzige FOS-Police (FOS = freedom of services).

Welche Folge hat eine Börsenkotierung ?
Börsenkotierte Unternehmen haben das grösste D&O-Haftungspotential. Das gilt natürlich vor allem für Kotierungen in den USA, inklusive ADRs (american depository receipts) und private placements (SEC rule 144). Die Gründe dafür liegen in zahlreichen zusätzlichen Pflichten (zu Information, Transparenz, Buchführung und Revision), erhöhten Corporate Governance Anforderungen, der Bezahlung der Anwälte mit Erfogshonoraren und der Möglichkeit für Sammelklagen (class actions).
Börsenkotierte Unternehmen haben die Möglichkeit, in der D&O-Police auch Ansprüche von Wertpapierinhabern gegen das Unternehmen mitzuversichern. Dies ist eine besondere Deckungsklausel (Side C) und eigentlich ein Fremdkörper im Rahmen der D&O-Police, die sonst ja nur Ansprüche gegen natürliche Personen versichert. Wenn diese Deckung mitversichert wird, sollte eine Möglichkeit bestehen, bei Ausschöpfung der Versicherungssumme durch einen Schadenfall mindestens die Deckung für Sida A wiederaufzufüllen (oder eine separate Side A Police abgeschlossen werden).

Wenn ein Unternehmen erstmals Aktien oder Obligationen öffentlich zur Zeichnung anbietet (IPO, Börsengang), muss es einen Emissionsprospekt erstellen und diverse Pflichten gemäss den börsenrechtlichen Vorschriften erfüllen. Sorgfaltsverletzungen können zur persönlichen Prospekthaftung der dabei mitwirkenden Personen führen (in der Schweiz Art. 752 OR). Die Emission oder die Börsenzulassung von Wertpapieren wird in D&O-Policen als Gefahrserhöhung betrachtet und ist nie automatisch versichert. Speziell für das Risiko der Emission / Prospekthaftung bieten einige Versicherer empfehlenswerte Spezialpolicen an, die auf dieses Ereignis zugeschnitten sind, und eine feste Laufzeit von mehreren Jahren und eine Einmalprämie haben (POSI = Public Offering of Securities Insurance).
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