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29. November 2012: Strafurteile im Fall BVK: Die 9. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich, die auf Wirtschaftsdelikte spezialisiert ist, verurteilte den ehemligen Anlagechef der BVK, Daniel Gloor,  wegen mehrfacher Bestechung, mehrfacher ungetreuer Amtsführung, Geldwäscherei und Verletzung des Amtsgeheimnisses zu einer Freiheitsstrafe von 6 1/4 Jahren. Hart bestraft wurden auch Alfred Castelberg und Adrian Lehmann, Inhaber von Vermögensverwaltungsgesellschaften, die von Aufträgen Gloors profitierten. Sie wurden zu je 2 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt und müssen ausserdem Millionen Franken erstatten. Ebenfalls verurteilt wurden ein Hedge-Fonds Spezialist und der Financier Rumen Hranov. Freigesprochen wurde Walter Meier, der Gründer der Beteiligungsgesellschaft BT & T.

27. November 2012: Haftungsklagen im BVK-Fall ungewiss: Gestern diskutiert der Zürcher Kantonsrat in einer 5-stündigen Sitzung den Untersuchungsbericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) über den Schaden und die Ursachen bei der Beamtversicherungkasse (BVK) des Kantons Zürich. Gemäss einem Bericht der Pensionskassenexperten PPCmetrics soll er zwischen 0.5 bis 1.5 Milliarden betragen, bei einem Vermögen der zweitgrössten Pensionskasse der Schweiz von rund CHF 21 Mrd. Streitpunkt ist vor allem, ob der Korruptionsfall des früheren Anlagechefs Daniel Gloor zu diesem Schaden geführt hat und ob den Regierungsrat als oberstes Organ der BVK eine Mitverantwortung trifft. Vertreter des Regierungsrates bestritten dies. Es zeichnete sich auch ab, dass es über die bereits geplanten CHF 2 Mrd. zur Sanierung keine weiteren Zahlungen aus der Staatskasse zugunsten der BVK geben wird. Somit wird sich der am gleichen Tag bekannt gegebene neue Stiftungsrat  mit der Frage einer Haftungsklage gegen die früheren Regierungsräte befassen müssen. Die  Personalvorsorge das Kantons Zürich wird nämlich ab 1.1.2014 als privatrechtliche Stiftung verselbstständigt und aus der Kantonsverwaltung herausgelöst. Der neue Stiftungsrat nimmt seine Arbeit Anfang 2013 auf.   

27. November 2012: Konkurs von Hello AG: Die Charter-Airline Hello AG aus Basel hat definitiv Konkurs angemeldet. Es war in den letzten Wochen nicht gelungen, einen neuen Investor mit dem notwenigen Kapital zur Lösung der Liquiditätsprobleme zu finden. Gegen den früheren Finanzchef laufen bereits Strafverfahren, weil er über die wahre finanzielle Lage getäuscht habe: anstatt CHF 2.5 Mio Cash hatte die Airline 4 Mio Schulden. Ob es zu weiteren Verantwortlichkeitsansprüchen kommen wird, ist noch offen.

24. November 2012: Strafverfahren gegen Sonova Führungskrüfte wird eingestellt: Die Staatsanwaltschaft wird das seit Frühling 2011 laufende Strafverfahren gegen den ehemaligen VR-Präsidenten A. Rihs und früheren CEO V. Chapero wahrscheinlich einstellen. Die GRünde dafür sollen in einigen Wochen mitgeteitl werden. Ihnen war vorgeworfen worden, eine ihnen bekannte Gewinnwarnung fast 2 Wochen zu spät publiziert zu haben und während dieser Zeit Sonova Aktien und Optionen gewinnbringend verkauft zu haben. Damit dürften die Vorfälle im März 2011 ausser Verteidigungskosten keine Folgen für die beiden Fährungskräfte haben, denn auch Schadenersatzansprüche sind nicht mehr wahrscheinlich: Sonova AG wird wohl auf solche Ansprüche verzichten, obwohl Sonova der Schweizer Börse SIX im Juli 2012 eine Busse von CHF 2 Mio zahlen musste und sich im Oktober 2012 mit der belgischen Aktionärsvereinigung Deminor auf eine Schadenersatzzahlung von CHF 2.6 Mio einigte.

17. November 2012: Suspendierung der Verwaltungsräte von Assura und Supra AG: Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hat per sofort alle VR-Mitglieder der beiden genannten Aktengesellschaften, die das Geschäft mit Krankenzusatzversicherungen betreiben, sowie deren Holding und einer Betreibergesellschaft von ihren Ämtern suspendiert und einen Beauftragten zur Führung der Gesellschaften eingesetzt. Die Finma wirft ihnen vor, ihren gesetzlichen Kernaufgaben nicht nachgekommen zu sein und die Unternehmen nicht angemessen organisiert und Kompentenzen und Verantwortlichkeiten nicht klar geregelt zu haben. So sei es zu schweren Mängeln im Risikomanagement gekommen und es würden bei den Rückstellungen mehr als CHF 500 Millionen fehlen. Auf die Assura Kranken- und Unfallversicherung, welche die obligatorische Kranken-(grund-)versicherung anbietet, hat der Finma-Entscheid keine Auswirkung, weil die dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) untersteht. Es ist noch offen, welche straf- und zivilrechtlichen Folgen die Finma-Verfügung hat.

4. November 2012: Hello AG: Strafverfahren gegen ehemaligen Finanzchef eröffnet: Die Charter-Fluggesellschaft Hello AG hat am 21. Oktober ihren Flugbetrieb eingestellt und am Tag darauf wegen fehlender liquider Mittel ihre Bilanz deponiert. Nun hat die Basler Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen Finanzdelikten gegen den ehemaligen Finanzchef Thomas Kissling eröffnet. Hello trennte sich per Ende September von ihrem CFO, weil die wöchentlich und monatlich der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat zur Verfügung gestellten Geschäftszahlen falsch gewesen seien. Das Gericht hat der Hello AG einstweilen einen Konkursaufschub bis Ende November gewährt, um für eine Rekapitalisierung oder den Verkauf zu sorgen.

24. Oktober 2012: Strafverfahren gegen Rolf Erb geht in zweite Instanz: Weder Rolf Erb noch die Staatsanwaltschaft sind mit dem Urteil des Bezirksgerichts Winterthur einverstanden, das Herrn Erb wegen Betrug, Urkundenfälschung und Gläubigerschädigung zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt hatte. Beide Parteien haben Berufung eingelegt. 

24. Oktober 2012: BVK-Affäre: Arbeitnehmervertreter fordern Klage gegen Zürcher Regierungsrat: Die vereinigten Personalverbände des Kantons Zürich fordern, dass der Kanton Zürich die bei der Beamtenversicherungskasse entstandenen Schäden in Höhe von CHF 500 mio bis 1.5 Mrd anerkennt und bezahlt. Wenn sich die politischen Parteien in dieser Frage nicht einigen, wird der neu zu wählende BVK-Stiftungsrat über eine Klage gegen den Regierungsrat als oberstes Organ der BVK entscheiden müssen. Die Kandidaten für die Arbeitnehmervertreter haben deutlich gemacht, dass sie sich verhement für eine solche Klage einsetzen wollen. 

8. Oktober 2012: Neue Klage gegen Swissair Verwaltungsräte: Der Liquidator der Swissair Gruppe Karl Wüthrich hat eine neue Verantwortlichkeitsklage gegen ehemalige Führungskräfte eingereicht. Der Fall betrifft den Kauf der französischen Fluggesellschaft Air Littorial im Jahr 1998, wodurch der Swissair Grupe ein Schaden von CHF 133 Mio entstanden sei. Den beklagten Verwaltungsräten wird vorgeworfen, bei der Entscheidung ihre Pflichten verletzt zu haben indem sie die Entscheidung ohne ausreichende Information getroffen hätten: sie hätten keine schriftlichen Unterlagen gefordert, die Ergebnisse der Due-Diligence Prüfung seien nicht geprüft worden, der Businessplan sei viel zu optimistisch gewesen und beim Kaufpreis von rund CHF 67 Mio seien offene Kredite der Gesellschaft in Höhe von CHF 245 übersehen worden. 

2. Oktober 2012: PUK wirft Zürcher Regierung in der BVK-Affäre schwere Versäumnisse vor: Die Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) des Zürcher Kantonsrates hat heute ihren 213-seitigen Bericht veröffentlicht. Darin kommt sie zum Schluss, dass Pflichtwidrigkeiten und mangelnde politische Kontrollen die Korruption und die Missstände bei der Beamtenversicherungskasse BVK des Kantons Zürich jahrelang begünstigt haben. Namentlich in der Kritik stehen die amtierende Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) und die früheren Finanzdirektoren Eric Honegger (FDP), Christian Huber (SVP) und Hans Hollenstein (CVP). Der Gutacher der PUK schätzt die Erfolgschancen einer Verantwortlichkeitsklage gegen die Zürcher Regierung als gut ein. Eine solche Klage ist politisch allerdings umstritten. 

8. September 2012: Haft für Gategroup-Betrügerin Jacobsen: Ein dänisches Gericht entschied heute Mittag in Kopenhagen, dass Amanda Jacobsen, ehemalige Leiterin der Region Nordeuropa von Gate Gourmet für 3 Jahre und 6 Monate ins Gefängnis muss. Das Gericht spricht sie schuldig, 22 Millionen Franken von Firmenkonten für eigene Zwecke missbraucht zu haben. Sie führte während Jahren ein Leben in Saus und Braus. Während des Prozesses sagte Jacobsen aus, dass ihr Chef, Guy Dubois, ehemaliger Chef des Schweizer Bordverpflegungs-Konzern , längst über ihren Betrug Bescheid wusste. Laut Jacobsen habe sie ihn während Jahren mit Luxus-Geschenken überhäuft und so dafür gesorgt, dass ihr Betrug nicht aufflog. Bei der Staatsanwaltschaft Zürich ist der Fall «Guy Dubois» weiterhin hängig.

21. August 2012: Generalversammlung der Kloten Flyers verweigert Décharge: Der Eishockey-Club ist vor dem Konkurs gerettet, vor allem dank Millionen-Investitionen von Philippe Gaydoul (ehemals Chef der Denner Gruppe) und Thomas Matter (ehemals Firstfirst-Banker).  Dennoch könnte das Finanzdebakel des Traditionsclubs für die ehemaligen Verwaltungsratsmitglied Jürg Bircher und Kurt Hildebrand noch ein juristisches Nachspiel haben. Ihnen wurde an der Generalversammlung der Kloten Flyers am 20.8.2012 die Entlastung verweigert.

12. Juli 2012: Abweisung der Klage gegen 12 SAirGroup Verantwortliche durch das Bundesgericht: Liquidator Karl Wüthrich hatte bereits im Jahr 2005 CHF 280 Millionen Schadenersatz gefordert. Er warf den Managern vor, im Jahr 2000 die wertvollen Aktien der Roscor AG ohne Gegenleistung an die überschuldete SAir Lines AG übertragen zu haben. Nachdem bereits das Bezirks- und das Obergericht die Klage abgewiesen hatten, hat nun auch das Bundesgericht die Beschwerde abgewiesen. Laut den Richtern in Lausanne ist die entscheidene Feststellung des Obergerichts, dass die SAir Lines AG zum Zeitpunkt der Transaktion nicht überschuldet war, nicht willkürlich gewesen.

11. Juli 2012: Staatsanwaltschaft fordert 6 Jahre Haft für BVK-Anklagechef Gloor:  Im Mai 2010 wurde der für die Vermögensanlage verantwortliche Daniel Gloor der Beamtenversicherungskasse BVK des Kantons Zürich fristlos entlassen und verhaftet. Ihm werden ungetreue Amtsführung, gewerbsmässige Geldwäscherei, Amtsgeheimnisverletzung und passive Bestechung zur Last gelegt. Die Anklage fordert eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Das Urteil soll am 28. November eröffnet werden. Neben Gloor wurden sechs weitere Personen angeklagt, mit denen Gloor zum Teil enge Beziehungen hatte und Anlagegeschäfte tätigte.

10. Juli 2012: Strafverfahren gegen Sonova-Manager teilweise eingestellt: Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat das Strafverfahren gegen den ehemaligen Finanzchef des Hörgeräteherstellers, Oliver Walker, und 2 weitere Verdächtige wegen Insiderhandel eingestellt. Die Untersuchungen gegen die beiden Hauptexponenten, den ehemaligen Konzernchef Valentin Chapero und den Hauptaktionär Andy Rihs, laufen aber weiter. 

2. Juli 2012: Klage gegen Organe der Affichage Holding wurde zurückgezogen: Die von zwei Aktionären am Tribunal de première instance in Genf im Dezember 2010 eingereichte Klage gegen einzelne Organvertreter der Aussenwerbegruppe APG/SGA (früherer Name Affichage) wurde zurückgezogen. Die Schadenersatzforderung wurde offenbar durch einen Vergleich erledigt.  

23. März 2012: Strafurteil gegen Rolf Erb: Der frühere Leiter der Erb-Gruppe wurde vom Bezirksgericht Winterthur wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Urkundenfälschung und mehrfacher Gläubigerschädigung schuldig gesprochen und zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Allerdings wird sich das Zürcher Obergericht noch mit dem nach der Swissair-Pleite zweitgrössten Zusammenbruch eines Schweizer Konzernes befassen müssen. Erb hat das Urteil weitergezogen.

13. Januar 2012: Beginn des Prozesses gegen Rolf Erb: Ab dem 23. Januar 2012 muss sich Rolf Erb, der Sohn des verstorbenen Firmengründers Hugo Erb, vor dem Bezirksgericht Winterthur wegen gewerbsmässigen Betrugs, Urkundenfälschung und Gläubigerschädigung verantworten. Der Zusammenbruch des Erb-Imperiums gilt als zweitgrösste Firmenpleite der Schweizer Wirtschaftsgeschichte, gleich nach jener der Swissair.
Die auf Wirtschaftsdelikte spezialisierte Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich wirft dem 60-jährigen Rolf Erb vor, er habe als operativer Leiter des Unternehmens den Kreditgebern falsche Abschlüsse und Revisionsberichte vorgelegt, um so die finanzielle Lage und damit die Kreditwürdigkeit der Unternehmensgruppe stark zu beschönigen. Viele Banken gewährten darauf noch Millionenkredite.
Gemäss einem Gutachten, das nach dem Kollaps erstellt wurde, wäre ohne die Täuschung die immense Verschuldung der Erb-Gruppe bereits Mitte der 90er Jahre ans Licht gekommen und nicht erst beim Zusammenbruch des komplizierten Firmengeflechts im Dezember 2003. Damals schuldeten die Erbs ihren Geldgebern rund 2,2 Milliarden Franken.

12. Januar 2012: FINMA Verfügung über KPT-Verwaltungsrat: Die FINMA hat mit Verfügung vom 6. Januar das Verwaltungsverfahren gegen die KPT Versicherungen AG sowie 3 ihrer Führungspersonen abgeschlossen. Sie stellt darin schwere Pflichtverletzungen fest. Sie verbietet 2 ehemaligen VR-Mitgliedern während 4 Jahren eine leitende Tätigkeit im Finanzbereich und reicht zusätzlich Strafanzeige wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gegen diese ein. Ausserdem suspendiert sie drei andere Verwaltungsratsmitglieder und beauftragt den ehemaligen Zürich-Manager Peter Eckert, vorübergehend die Zügel an die Hand zu nehmen.
Die Finma legt den beiden Verwaltungsräten u.a. zur Last, den Preis für den Rückkauf von Aktien aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm viel zu hoch angesetzt zu haben, wodurch die Verwaltungsräte erhebliche Gewinne erzielt hätten, wenn die geplante Fusion zwischen Sanitas und der KPT zustande gekommen wäre. Ausserdem hätten sie neben ihren VR-Bezügen noch Honorare aus Beraterverträgen erhalten, denen keine Leistungen gegenüberstanden.

28. Juni 2011: BayernLB fordert € 200 Millionen von ihrem ehemaligen Vorstand: Wegen des e milliardenschweren Fehlkaufs der österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) will die BayernLB ihren früheren Vorstände auf Schadenersatz verklagen. Die Bank hatte im Mai 2007 die Mehrheit der HGAA) gekauft, obwohl damals schon bekannt war, dass das Institut Probleme hatte. Die BayernLB wirft den damals verantwortlichen Managern deshalb Pflichtverletzungen vor. Im Dezember 2009 gab die Landesbank die HGAA an Österreich zurück, wo sie notverstaatlicht wurde. Den Freistaat als Haupteigentümer der BayernLB hat das Desaster nach Angaben des Finanzministeriums mehr als 3,7 Milliarden Euro gekostet.

15. Juni 2011: Anklage gegen weiteren Ex-Siemens-Manager: Im Schmiergeldskandal bei Siemens hat die Staatsanwaltschaft München Anklage gegen ein weiteres ehemaliges Vorstandsmitglied  wegen Bestechung im Zusammenhang mit einem Projekt in Argentinien erhoben.  

8. Juni 2011: Strafanklagen gegen frühere BayernLB Vorstände: Acht frühere bayerische Landesbanker müssen vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Untreue und weiterer Delikte im Zusammenhang mit dem Skandal um die Bank Hypo Alpe Adria (HGAA). Die damaligen Landesbanker sollen Bedenken gegen den Erwerb der HGAA-Anteile bewusst übersehen und Verfahrensregeln missachtet haben. Vier ehemalige Vorstände sollen sich  ausserdem der Bestechung und der Anstiftung zur Untreue schuldig gemacht haben.

26. Mai 2011: Vorerst keine Sonderprüfung bei Affichage: Der Antrag von 2 Aktionären auf eine Sonderprüfung (gemäss Art. 697a OR) wurde an der heutigen Generalversammlung abgelehnt. Die beiden Aktionäre werden den Antrag auf Sonderprüfung aber nun beim Gericht beantragen. Die in Genf bereits eingereichte Schadenersatzklage gegen den früheren Konzernchef Christian Kauter und weitere Personen bleibt davon unberührt. Auch Affichage selbst hat rechtliche Schritte gegen die früheren Geschäftspartner in Griechenland und eine Ex-Managerin eingeleitet.

5. Mai 2011: Ex-Arcandor-Chef Middelhoff muss Aktionär Schadensersatz zahlen: Das Essener Landgericht verurteilte den ehemaligen Chef der Karstadt-Gruppe wegen sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz in Höhe von 2'575 Euro an einen Kleinaktionär. Nach Ansicht der Richter muss sich Middelhoff die "offensichtlich falschen Erklärungen" des Arcandor-Pressesprechers vom 24. September 2008 zurechnen lassen. Der Sprecher hatte damals erklärt, ein Verkauf von Anteilen des Reisekonzerns Thomas Cook stehe bei Arcandor nicht zur Debatte. Am Abend desselben Tages korrigierte das Unternehmen jedoch die Erklärung des Sprechers in einer Ad-hoc-Mitteilung. Die Folge: Der Aktienkurs stürzte ab.

April 2011: Strafuntersuchung gegen Sonova Manager: Die Oberstaatsanwaltschaft Zürich leitet eine Voruntersuchung gegen zahlreiche Sonova-Manager ein. Sie stehen im Verdacht, internes Wissen ausgenutzt zu haben und sich so durch den Handel von Sonova-Aktien unrechtmässig bereichert zu haben (Insiderhandel). Im März hatte die Schweizer Börse SIX dem Hersteller von Hörgeräten eine Busse von CHF 2 Mio wegen Verletzung der Ad-hoc-Publizität auferlegt, weil er die Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2011 zu spät veröffentlicht hatte. 

21. Januar 2011: Verjährungsfrist in Deutschland zum Teil auf 10 Jahre verlängert: Vorstände und Aufsichtsräte von Kreditinstituten und von börsennotierten Unternehmen in Deutschland haften neu bis zu 10 Jahre für die von Ihnen verursachten Schäden. Mit der verlängerten Verjährungsfrist, die aber nicht generell, sondern nur für die genannten Unternehmen gilt, sind die Haftungsrisiken dieser Manager deutlich gestiegen. In den betroffenen D&O-Policen sollten entsprechend lange Nachmeldefristen vereinbart werden, um Versicherungslücken zu vermeiden. 

17. Januar 2011: MAN fordert von Ex-Chef Schadenersatz in Rekordhöhe: Für Schäden im Zusammenhang mit einer Schmiergeldaffäre beim Münchner Fahrzeughersteller MAN fordert dieser vom Ex-Topmanager 237 Millionen Euro Schadenersatz und weitere Millionen von seinen ehemaligen Kollegen. MAN macht damit sämtliche Kosten geltend, die dem Unternehmen durch die Affäre entstanden seien. Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte den Skandal im Mai 2009 aufgedeckt. MAN musste wegen Bestechung rund 150 Millionen Euro Bussgeld zahlen. Der Konzern wirft seinem im November 2009 zurückgetretenen Ex-Chef und dessen Kollegen vor, ihr Unternehmen nicht genügend kontrolliert zu haben. So habe es über Jahre zu den Schmiergeldzahlungen beim Verkauf von Lastwagen und Bussen kommen können.

6. Januar 2011: USA wollen 109 amerikanische Bankmanager verklagen: Die amerikanische Einlagenversicherung FDIC will mit diesen Klagen USD 2,5 Mrd wieder hereinholen, die durch Verluste aus Bankpleiten entstanden sind. Diese Praxis wurde schon in der Vergangenheit erfolgreich angewandt. In den Jahren 1986 bis 2009 wurden durch solche Klagen, die oft mit einem Vergleich enden, USD 6,2 Mrd eingenommen.

22. Dezember 2010: Sachsen pocht auf Schadenersatz: Die Landesregierung hat  Schadenersatzforderungen von EURO 60 Millionnen an ehemalige Mitarbeiter der Sachsen LB gestellt und behält sich weitere Forderungen von bis zu 190 Millionen Euro vor. Das Land Sachsen hat bereits knapp 73 Millionen Euro für finanzielle Ausfälle durch die riskanten Spekulationen seiner ehemaligen Landesbank zahlen müssen, weitere Zahlungen stehen in nächster Zukunft an, denn insgesamt verpflichtete sich die Dresdner Landesregierung, für Ausfälle in Höhe von bis zu 2,75 Milliarden Euro aufzukommen.

17. Dezember 2010: Erb-Pleite kommt vor Gericht: Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit dem Konkurs der Erb-Gruppe Ende 2003 nun gegen Rolf Erb, einen Sohn des verstorbenen Firmengründers Hugo Erb, Anklage wegen gewerbsmässigem Betrug, Urkundenfälschung und Gläubigerschädigung erhoben. Er soll für die Jahre 1998 bis 2002 Banken und anderen Kreditgebern inhaltlich falsche Einzel- und Gruppenabschlüsse sowie unwahre Revisionsberichte abgegeben haben, um damit die finanzielle Lage und die Kreditwürdigkeit der Gruppe zu beschönigen. Ausserdem soll er 2002 und 2003 namhafte Vermögenswerte aus dem Gesellschafts- und dem Privatvermögen seinen Söhnen und seiner Lebenspartnerin übertragen haben, um sie dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen.

17. Dezember 2010: Offener Brief im Valartis Streit: Die Paramount-Finanz AG wendet sich nun mit einem Offenen Brief an die Öffentlichkeit. Es geht um den seit Mitte 2009 schwelenden Streit mit der Valartis-Gruppe als Verwalterin der Beteiligungsgesellschaften ENR Russia Invest (ENR) und Eastern Property Holdings (EPH). Der Konflikt zwischen Paramount als ENR-Minderheitsaktionärin und Valartis ist mit dem Antrag auf eine Sonderprüfung bei ENR an deren Generalversammlung im Juni und vor einem Genfer Gericht im September 2009 ausgebrochen. Derzeit sind laut Georg von Opel, dem hinter Paramount stehenden Investor, noch Verantwortlichkeits-, Sonderprüfungs- und Anfechtungsklagen hängig gegen den Geschäftsführer Gustav O. Stenbolt und ENR. Ihnen wird  u.a. ein permanenter Interessenskonflikt, eine Anlagepolitik gegen die Interessen des Minderheitsaktionärs und der Einsatz von umfangreichen Barmitteln ohne angemessene Entschädigung vorgeworfen.

6. Dezember 2010: Klage von Affichage Aktionären nun vor Gericht: Nach einer erfolglosen Sühneverhandlung in Zollikon haben nun zwei Aktionäre beim Tribunal de première instance in Genf Klage gegen einzelne heutige und frühere Organvertreter von Affichage eingereicht. 

16. November 2010: Affichage-Aktionäre fordern CHF 100 Millionen vom Verwaltungsrat: Zwei Aktionäre haben in Zollikon ein Sühnebegehren gegen mehrere heutige und frühere Verantwortliche der Affichage Holding gestellt. Sie wollen, dass die Verantwortlichen dem Unternehmen den durch eine gescheiterte Expansion in Griechenland erlittenen Schaden ersetzen. Ende November soll vor dem Friedensrichter in Zollikon die obligate Sühneverhandlung stattfinden. Danach wollen die Aktionäre Klage vor dem Zürcher Handelsgericht erheben.  Ausserdem hat der Verwaltungsrat der Affichage in Genf eine Verantwortlichkeitsklage gegen das frühere für das Auslandsgeschäft zuständige Konzernleitungsmitglied eingereicht. 

9. November 2010: Lehmann fordert $90 Millionen von D&O Versicherern: Lehman Brothers hat ihren Konkursverwalter gebeten, $90 Millionen von den 5 D&O-Versicherern zu fordern. Das Geld soll für Verteildigungskosten und Entschädigungen in Verfahren gegen ehemaligen Führungskräfte dienen. Ihnen werden Falschinformationen gegenüber Investoren und fehlerhafte Entscheidungen vorgeworfen, die im September 2008 zum Konkurs der US-Bank geführt haben.  

28. Oktober 2010: Schuldspruch gegen Dominique Morax: Das Bezirksgericht Zürich hat den ehemaligen Finanzchef der Rentanstalt (heute Swiss Life) wegen wegen mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt, davon 6 Monate unbedingt. Er wurde zudem verpflichtet, vom unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil, rund CHF 391'200 dem Staat abzuliefern und Gerichtskosten von CHF 70'000 zu tragen. Morax und andere damalige Konzernmitglieder hatten sich im Jahr 2002 mit der Beteiligungsgesellschaft Long Term Strategy (LTS) ungerechtfertigt bereichert, indem sie Aktien der Rentenanstalt im Wert von über 20 Franken für bloss zehn Franken erhielten und damit für die Rentenanstalt Mindereinnahmen von über 1,8 Millionen Franken verursacht hatten.

26. Oktober 2010: BayernLB verklagt ehemaligen Vorstand auf Schadenersatz: Der Verwaltungsrat der Bayrischen Landesbank hat beschlossen, gegen alle im Jahr 2007 am Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria beteiligten Vorstandmitglieder Schadenersatzklage in Millionenhöe zu erheben. Dieser Kauf hat bei der BayernLB zu einem Verlust von € 3,7 Milliarden Euro geführt. Insbesondere dem damaligen Vorstandsvorsitzenden habe zahlreiche Fehler beim Erwerb des österreichischen Kreditinstituts gemacht und grob fahrlässig gegen Dienstpflichten verstossen. Etliche grosse Gefahren bei dem Geschäft seien nicht beachtet worden. Der Vorstand habe es unter anderem versäumt, die BayernLB im Kaufvertrag gegen Altlasten und Risiken der Hypo Alpe Adria abzusichern.

14. Oktober 2010: UBS Klageverzicht trotz Erfolgschancen: Der VR-Präsident der UBS, Kaspar Villiger, hat heute erneut bekräftigt, dass die UBS an ihrer bereits im Dezember 2009 getroffenen Entscheidung festhalte und gegen ehemalige Führungskräfte der Bank keine Verantwortlichkeitsklagen wegen der Verluste im US-Hypothekengeschäft und der Delikte im US-Vermögensverwaltungsgeschäft erheben werde. Die UBS hatte zur Frage der Erfolgsaussichten solcher Klagen Rechtsgutachten bei den Anwaltskanzleien Homburger und Partner und Bär & Karrer sowie eine juristische Stellungnahme von Prof. Forstmoser eingeholt. Zwar kamen die beiden Rechtsgutachten zu unterschiedlichen Ergebnissen, aber trotz Anhaltspunkten für Klagechancen empfahl kein Gutachter tatsächlich zu klagen. 3 Gründe dafür: Klagen dauern lang und liefern während dieser Zeit negative Schlagzeilen und belasten das neue Management. Selbst im Erfolgsfall ist der finanzielle Nutzen für die Bank gering, denn die Schadenersatzleistungen (Versicherungssumme der D&O-Police und Privatvermögen der Beklagten) werden nicht mehr als einige Hundet Millionen Franken betragen verglichen mit den Schäden in zweistelliger Milliardenhöhe. Eine Klage der Bank gegen ihre eigenen Manager würde die Position der Bank in hängigen Sammelklagen gegen sie in den USA schwächen; ein allfälliger Vergleich in diesen Verfahren könnte sich laut einem US-Rechtsgutachten dadurch um einen Milliardenbetrag verteuern. 

13. Oktober 2010: Schweizer Bundesrat nicht zu einer Klage gegen UBS Manager bereit: Die Geschäftsprüfungskommission von National- und Ständerat hatte in ihrem Ende Mai veröffentlichten Bericht u.a. empfohlen, dass der Bund das Prozessrisiko für Verantwortlichkeitsklagen gegen das frühere UBS Management übernehme. Bundespräsidentin Leuthard hat dies heute in einer Stellungnahme abgelehnt, weil die Übernahme der Prozessrisiken "mit hohen Kosten und ungewissem Ausgang" für den Bund rechtlich unmöglich sei. Sie teilte mit, dass auch die bundeseigenen Grossaktionäre der UBS, nämlich der AHV-Ausgleichsfonds und die Pensionskasse Publica, keine Klagen erheben werden.

7. Oktober 2010: Swiss Re wendet US-Klage ab: Im Jahr 2008 reichte eine US Pensionskasse im Namen von Swiss Re Aktionären, die zwischen 1. März und 19. November 2007 Aktien gekauft hatten, Klage gegen den Rückversicherer ein. Swiss Re habe mit falschen und irreführenden Aussagen die Risiken von Derivaten gegenüber Kunden verborgen und musste am 19.11.07 einen Verlust daraus von CHF 1.2 Mrd bekannt geben. Das Bezirksgericht New York hat die Klage nun abgewiesen u.a. weil die Aktien ausserhalb der USA verkauft worden waren und deshalb gemäss der Entscheidung des US Supreme Courts vom 24.6.2010 in Sachen Morrison v. National Australia Bank kein ausreichender Bezug zur amerikanischen Gerichtsbarkeit vorlag.

5. Oktober 2010: Ehemalige Kader der BCGE vor Gericht: Der ehemlige VR-Präsident und 2 weitere Führungskräfte der Genfer Kantonalbank stehen seit Montag vor Gericht. Sie sind der Urkundenfälschung und ungetreuer Geschäftsführung angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, für das Debakel der Kantonalbank in den Jahren 1996 bis 1998 verantworltich zu sein. Die Rettung der Bank durch den Kanton Genf im Jahr 2000 kostete die Steuerzahler CHF 2 Mrd.

11. September 2010: Strafanzeige gegen 2 ehemalige Stiftungsräte der Sammelstiftung Gemini: Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat Strafanzeige gegen die beiden ehemaligen Stiftungsräte Carl Helbling und Oskar Leutwyler eingereicht. Sie hatten in den Jahren 2001 bis 2006 Retrozessionnen und Provisionen in Höhe von CHF 6 Mio in die von ihnen kontrollierte Gemini Personalvorsorge AG umgeleitet. Die Gemini Sammelstiftung hatte bereits im Mai dieses Jahres einen Vergleich mit den beiden 2007 aus der Stiftung ausgetretenen Führungsverantwortlichen abgeschlossen. Dies innerst kurzer Zeit der zweite Problemfall bei einer BVG Einrichtung, nach dem Fall der Beamtenversicherungskasse des Kantons Zürich (BVK).

31. August 2010: UBS Aktionäre wollen nicht klagen: Bei der Aktionärsvereinigung Actares und und Deminor, einem belgischen Anwerber klagewilliger Aktionäre, haben sich bisher erst rund 100 Aktionäre gemeldet, um eine Sammelklage gegen UBS Manager zu erheben. Damit schwinden die Chance, dass vor dem 15. Oktober 2010 eine Klage eingereicht wird. Ab diesem Datum können die an der UBS Generalversammlung vom April 2010 erteilten Déchargen für die Jahre 2008 und 2009 nicht mehr angefochten werden. Bei mangelnder Unterstützung wird in Erwägung gezogen, auf Basis des Jahres 2007 zu handeln, denn für dieses Jahr haben die UBS-Topmanager keine Décharge erhalten.

30. August 2010: BVK Affaire: weitere Verhaftung: Im Zusammenhang mit dem Pensionskassenskandal rund um die Beamtenversicherungskasse des Kantons Zürich (BVK) wurde ein weiterer Vermögensverwalter verhaftet. Nachdem im Mai dieses Jahres der damalige Anlagechef der BVK festgenommen wurde, folgten in den darauf folgenden Wochen der Gründer einer Beteiligungsgesellschaft sowie ein Devisenhändler. Beide standen dem Anlagechef, der 20 Milliarden Vermögen verwaltete, sehr nahe. Dem Anlagechef werden Bestechlichkeit und Untreue zur Last gelegt.

26. August 2010: D&O Versicherer zahlen $ 150 Mio im Fall AIG: Die D&O Versicherer der ehemlaligen AIG haben sich in einem Vergleich bereit erklärt, $90 Mio für Schadenersatz an AIG und $60 Mio an Maurice Greenberg (ex. AIG Präsident) und Howard Smith (ex CFO) zu zahlen. Damit wird ein Schlussstrich gezogen unter eine Vielzahl von Aktionärsklagen, die seit 2004 im Namen der AIG (derivative suits) Schadenersatzansprüche vom früheren Top-Management verlangten. Ihnen wurden u.a. betrügerische Rückversicherungstransaktionen, geheime Offshore Tochtergesellschaften und der Verkauf illegaler Finanzprodukte vorgeworfen.

17. August 2010: Die EHC Kloten AG reicht Klage gegen den früheren VR-Präsidenten ein: Dem ehemaligen VR-Präsidenten Peter Bossert wird unkorrekte Buchführung vorgeworfen (Quellensteuer und Sozialversicherungbeiträge für Leistungen an ausländische Spieler seien nicht gezahlt worden) und ein Schaden von über einer Million geltend gemacht. Wegen Falschkalkulation wird ausserdem ein zusätzlicher Betrag von CHF 740'000 eingeklagt, der durch die Verpflichtung von günstigeren oder weniger Spieler vermeidbar gewesen wäre.

7. Juli 2010: Insolvenzverwalter verklagt Ex-Arcandor-Chef Middelhoff auf Schadensersatz: Auf den früheren Vorstandschef des insolventen Essener Handelskonzerns, Thomas Middelhoff, sowie weitere frühere Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder kommt eine Klage auf Schadensersatz in Höhe von EURO 175 Millionen zu. Im Wesentlichen geht es in der Klage um den Verkauf von fünf Warenhausimmobilien an den Oppenheim-Esch-Fonds (Troisdorf) und deren Zurückmietung. Hierbei seien die betreffenden Immobilien deutlich unter deren Marktwerten verkauft und anschliessend zu deutlich überhöhten Sätzen zurückgemietet worden.

24. Juni 2010: Urteil des US Supreme Court zu Morrison v. National Australia Bank: Das höchste Gericht der USA hat heute eine sehr wichtige Entscheidung zu Wertpaierklagen mit Auslandsbezug getroffen. In den vergangenen Jahrzehnten hatten die Gerichte immer häufiger Klagen in den USA zugelassen, auch wenn sowohl der Kläger/Investor als auch die Beklagten (Gesellschaft und/oder Führungskräfte) und der Wertpapierkauf ausserhalb der USA lagen (sog. f-cubed cases). Demgegenüber betont der Spreme Court nun, dass amerikanische Gesetze einschliesslich section 10-b des Wertpapiergestzes grundsätzlich nur für das Territorium der USA anwendbar sind. Damit dürften in Zukunft in den USA keine Schadenersatzansprüche mehr möglich sein, die sich auf Wertpapierkäufe ausserhalb der USA beziehen. Welche genauen Auswirkungen dieses weitreichende Urteil auf die diversen Fälle mit Auslandsbezug haben wird  ist aber noch nicht klar.    

20. Mai 2010: Novartis muss $ 250 Mio Busse zahlen: Die US-Tochter von Novartis ist von einem Geschworenengericht in New York wegen systematischer Benachteiligung von Mitarbeiterinnen bei Beförderung und Entlohnung zu der genannten Busse verurteilt worden. In dem bisher grössten Diskriminierungsprozess, den 12 Hauptklägerinnen stellvertretend für 5'600 Mitarbeiterinnen als Sammelklage geführt  haben, werden weitere finanzielle Belastungen auf Novertis zukommen: Schadenersatzzahlungen und allfällige zusätzliche Gehälter an die Geschädigten, die gemäss Klagevertretern mindestens nochmals ca. $ 200 Mio betragen werden. Novartis hat angekündigt, Berufung einzulegen. 
Diese Schadenersatzpflicht beruht auf sogenannter employment practices liability (EPL), ein Haftpflichtrisiko, das mittels separaten Versicherungspolicen in USA oder weltweit versichert werden kann. EPL-Ansprüche, die sich persönlich gegen Organpersonen richten, sind i.d.R. auch in D&O-Policen versichert. 

14. April 2010: UBS GV verweigert Décharge für 2007: An der lebhaften und langen Generalversammlung der UBS in Basel hat eine knappe Mehrheit der Aktionäre (52.9%) sowohl dem Verwaltungsrat als auch der Geschäftsleitung für das Geschäftsjahr 2007 die Entlastung verweigert nicht. Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger sagte im Anschluss an die Abstimmung, dass der Verwaltungsrat die Haltung seines Aktionariats zur Kenntnis nehme. An der grundsätzlichen Haltung des Gremiums, keine Verantwortlichkeitsklage gegen die UBS-Spitze des Jahres 2007 einzureichen, ändere der Entscheid aber nichts. Für die Jahre 2008 und 2009 haben die Aktionäre dem VR und der GL die Décharge erteilt. 

7. Februar 2010: Staatsanwaltschaft erneut gegen UBS Strafverfahren:  Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich will partout kein Strafverfahren gegen die frühere UBS-Spitze. Die SP Schweiz ist auch mit ihrer zweiten Eingabe gegen Ospel und andere Ex-UBS-Manager abgeblitzt. Es bestehe kein Anfangsverdacht, dass bei den früheren Top-Manager der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsführung, Steuerbetrug oder Urkundenbetrug erfüllt erfüllt sei. Man habe keinen spezifischer Beweis gefunden, dass die damalige UBS-Spitze von den Verfehlungen ihrer Kundenberater in den USA wusste und diese für gut befunden oder nichts dagegen unternommen habe.

16. Dezember 2009: 2 ehemalige Top-Manager der Bank Vontobel angeklagt: Der ehemalige Präsident der Bank Vontobel, Jörg Fischer, und der damalige Chef Corporate Finance, Hans-Peter Bachmann stehen vom 16. bis 18. Dezember vor dem Züricher Bezirksgericht. Beide hatten als Vizepräsident beziehungsweise CEO auch bei der Beteiligungsgesellschaft Private Equity Holding (PEH) leitende Funktionen inne. Ihnen wird vorgeworfen, Aktien der PEH zu einem überhöhten Wert von der Bank an eine Tochtergesellschaft der PEH verschoben zu haben. Herr Bachgmann soll die PEH ausserdem im Frühjahr 2000 arglistig über den wahren Wert der WorkX getäuscht und den Kauf ihrer Aktien empfohlen haben, die kurze Zeit später wertlos wurden. Der Staatsanwalt fordert Freiheitsstrafen wegen Vermögens-, Börsen- und Urkunddelikten. Die PEH fordert von den beiden Angeklagten zivilrechtlich Schadenersatz in Höhe von CHF 138 Mio und zusätzlich von Herrn Bachmann CHF 34.6 Mio. 

15. Dezember 2009: Keine Klagen gegen Ospel & Co.: Weder die UBS selbst noch die Staatsanwaltschaft Zürich fassen nach Angaben vom Dienstag ein Verfahren gegen UBS-Ex-Manager ins Auge. Wie die Bank nun mitteilte, hat eine interne Untersuchung keinerlei Hinweise auf strafrechtliche Vergehen oder individuelle Bereicherungsabsichten ergeben. Um weitere negative Schlagzeilen zu vermeiden, soll es nach dem Willen des Verwaltungsrats auch keine Zivilklage gegen die damals Verantwortlichen auf Schadenersatz geben.

2. Dezember 2009: Einigung im Fall Siemens: Der Aufsichtsrat von Siemens hat sich mit den früheren Konzernchefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld über Schadenersatzzahlungen für die Korruptionsaffäre geeinigt. Dem Vernehmen nach soll Pierer 5 Mio. Euro zahlen, Uriel Sharef 4 Millionen, Jürgen Radomski und Johannes Feldmayer jeweils 3 Mio. Euro, Kleinfeld 2 Mio. Euro und Ex- Aufsichtsratschef Karl Hermann Baumann 1 Mio. Euro. Drei weitere Manager hatten sich mit dem Aufsichtsrat bereits vor einigen Monaten auf eine Zahlung von je einer halben Million Euro geeinigt, so dass die Gesamtsumme des Schadenersatzes vorläufig 19,5 Mio. Euro beträgt. Mit der Einigung mit den meisten ehemaligen Topmanagern hat Siemens einen der letzten Schritte zur Bewältigung des grössten Schmiergeldskandals der bundesdeutschen Wirtschaftsgeschichte vollzogen. Bei dem Münchener Konzern flossen zwischen 2000 und 2006 rund 1,3 Mrd. Euro in dunkle Kanäle. Für Aufarbeitung, Strafen und Steuernachzahlungen gab der Konzern gut 2,5 Mrd. Euro aus. Finanziell und strafrechtlich ist die Affäre für Siemens damit weitgehend abgehakt.

14. September 2009: AIG Managern droht Strafverfahren: New Yorker Staatsanwälte prüfen ein Strafverfahren u.a. gegen den ehemaligen AIG Manager Joseph Cassano. Die Anklage könnte ihm vorwerfen, Anleger durch die Überbewertung von Hypotheken-bezogenen Derivaten irregeführt zu haben. Wenn eine solche Strafklage Erfolg hätte, könnten auch zivilrechtliche Schadenersatzansprüche gegen ihn folgen. Dagegen wird argumentiert, die Staatsanwaltschaft versuche verfehlte Managemententscheide zu kriminalisieren. Die strafrechtliche Aufarbeitung der subprime Krise hat - auch 1 Jahr nach dem Zusammenbruch von Lehmann Brotheres - noch kaum begonnen.

25. Juli 2009: SE Swiss Estate erhebt Klage gegen früheren CEO: Die an der Berner Börse kotierte Immobilienfirma SE Swiss Estate hat gegen ihren dominierenden Aktionär und früheren Geschäftsführer eine Strafanzeige eingereicht. Der Bericht eines beigezogenen externen Bücherexperten habe ergeben, dass in den vergangenen Jahren durch die Handlungen des Hauptaktionärs der Gesellschaft in den Jahren 2006 und 2007 ein Schaden von rund 3,4 Mio. Fr. entstanden sein.

11. Juli 2009: Gericht weist Klage gegen Swissair-Verwaltungsräte ab: Das Bezirksgericht Zürich hat eine Haftpflichtklage gegen 10 ehemalige Verwältungsräte der SAirGroup in Höhe von € 150 Mio. abgewiesen. Die bereits Anfang 2001 erhobene Klage stand im Zusammenhang mit einer Rekapitalisierung der belgischen Sabena. Das Gericht kam in dem noch nicht rechtskräftigen Urteil zum Schluss, die Rekapitaliserung sei unter Würdigung der gesamten damaligen Umstände nicht pflichtwidrig sondern vertretbar.

2. April 2009: Behörde verklagt ersten Fonds in Madoff-Affaire: In der Betrugsaffaire des Vermögensverwalters Madoff, der seine Kunden um bis zu $ 65 Mrd betrogen haben soll, hat eine US-Behörde erstmals eine Fondsgesellschaft wegen mangelnder Überprüfung der Geldgeschäfte verklagt. Die Fairfield Greenwich Gruppe, die rund $ 7 Mrd Kundengelder bei Madoff angelegt hat, habe ihre Aufsichtpflichten gegenüber ihren Kunden verletzt. Dehalb fordert die Behörde aus Massachusetts Schadenersatz und eine Geldbusse. Bei einer Verurteilung der Gesellschaft könnte diese allenfalls Organhaftpflichtansprüche gegen ihre Führungskräfte geltend machen. 

20. März 2009: Neuer juristischer Ärger für die UBS: Wie erst jetzt bekannt wurde, hat ein Anwaltsbüro bereits im Januar 2009 Klage bei einem New Yorker Gericht erhoben im Namen von US-Aktionären, die zwischen dem 4. Mai 2004 und dem 26.Januar 2009 Aktien der UBS direkt gekauft oder auf andern Wegen erworben haben. Die Klage geht in erster Linie auf die Pensionskasse der städtischen Angestellten von New Orleans zurück. Gemäss den Klägern habe die UBS ihre Aktien mit unlauteren Argumenten beworben (wertsteigender Zuwachs der Kundengelder vor allem durch Aufmunterung zur Steuerhinterziehung).

24. Februar 2009: SAir-Liquidator geht vor Obergericht: Der Liquidator Karl Wütherich hat in Bezug auf das Verantwortlichskeitsverfahren in Sachen Roscor beim Obergericht Berufung gegen das Urteil des Bezirkgerichts eingelegt. 

12. Februar 2009: Verantwortlichkeitsklage betreffend Roscor im Swissair-Fall abgewiesen: Das Bezirksgericht Zürich hat eine Schadenersatzklage des Liquidators der SAirGroup gegen 12 ehemalige VR- und Konzernleitungsmitglieder in der Höhe von 280 Mio. Fr. abgewiesen. Die Klage war aufgrund der unentgeltlichen Übertragung der Roscor AG an die SAirLines erhoben worden. Roscor war eine sehr profitable Tochtergesellschaft der SAirGroup, über welche eine Beteiligung am elektronischen Buchungssytsem Galileo gehalten wurde. Sie wurde im Dezember 2000 an die damals tief in den roten Zahlen steckende Konzerntochter SAirLines übertragen. Der Liquidator Karl Wüthrich machte geltend, die SAirLines sei damals bereits so stark überschuldet gewesen, dass sie auch nach der Roscor Transaktion wertlos geblieben sei und damit der Wert der Roscor Beteiligung pflichtwirdrig vernichtet worden sei. Das Bezirksgericht widerspricht der Ansicht Wüthrichs. Die SAirLines sei zum Zeitpunkt der Übertragung maximal mit 110 Mio. Fr. überschuldet gewesen, weit weniger als die Roscor damals wert war. Und die Transaktion der Roscor sei eine der möglichen und zulässigen Sanierungsmassnahmen für die Tochtergesellschaft SAirLines gewesen. Ob Wüthrich das Urteil an die nächste Instanz weiterzieht, ist noch nicht klar.
Vor dem Bezirksgericht sind noch andere Zivilverfahren hängig, so etwa wegen einer Hilfezahlung der SAirGroup an die Sabena im Frühjahr 2001 in der Höhe von 150 Mio €.

21. Janur 2009: Der Madoff-Skandal verursacht bei Versicherern einen Milliardenschaden: Der New Yorker Finanzmanager Bernard Madoff soll über ein Schneeballsystem Anleger um bis zu 50 Mrd. $ geschädigt haben. Viele der Anlagen wurden von Banken, Fondsgesellschaften und Beratern vermittelt oder im Auftrag der Kunden getätigt. In diesen Fällen stellt sich die Frage, ob diese Zwischenhändler ihre Sorgfalts- und Aufklärungspflichten verletzt haben oder nicht. Die Schäden werden aus Klagen von geschädigten Anlegern gegen Vermittler und Fondsmanager stammen. Hier greifen vor allem die Berufshaftpflicht-Policen. In kleinerem Umfang könnte auch die Managerhaftpflicht (D&O) einbezogen sein.

13. Dezember 2008: Verwaltungsrat des Elektrizitätswerkes des Kantons Thurgau (EKT) entlastet: Der Thurgauer Regierungsrat kommt nach einer Untersuchung zum Schluss, dass in Bezug auf die durch den ehehmaligen Finanzchef entstandenen Millionenverluste weder der Verwaltungsrat noch die Revisionsstelle ihre Aufsicht- und Kontrollpflichten verletzt hätten. Die Untersuchung hat ergeben, dass der mittlerweile verhaftete Finanzchef elementare Anlagerichtlinien und -reglemente verletzt habe.   

27. November 2008: UBS Aktionäre fordern Verantwortlichkeitsklage gegen Marcel Ospel & Co.: An der heutigen ausserordentlichen Generalversammlung der UBS verlangten Aktionäre, die Bank solle gegen frühere Verwaltungsräte Klage einreichen, deren Verantwortung gerichtlich feststellen lassen und dann Schadenersatz fordern. Der Verzicht auf 70 Mio. Fr. Boni seien ein Tropfen auf den heissen Stein und nur ein kleiner Teil der früher bezogenen Boni. Der neue VR-Präsident Peter Kurer antwortete, dass die UBS die rechtlichen Frage von einer unabhängigen Stelle untersuchen lasse. Zehn Juristen seien mit der Prüfung beschäftigt. Mitglieder des Verwaltungsrats, die erst nach Ospels Zeit in das Gremium gewählt wurden, würden dann über eine Klage entscheiden. Wenn die Bank eine ausichtsreiche Klage gegen Organe nicht erhebe, so wäre das eine Pflcihtverletzung. 

9. Oktober 2008: Strafanzeige gegen ex-Finanzchef des Elektrizitätswerkes des Kantons Thurgau (EKT): Die EKT hat Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Finanzchef eingereicht. Ihm wird vorgeworfen, mit der Anlage in strukturierte Produkte der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers einen Verlust von CHF 28 Mio verursacht zu haben. Er habe seine Kompetenzen überschritten und das Anlagereglement der EKT missachtet. Vermögensdelikte des Ex-Finanzchefs sind möglich, es gilt jedoch die Unschuldsvermutung.

29. Juli 2008: Siemens fordert Schadenersatz von ex Managern: Das Vorgehen ist bislang einmalig: Siemens geht im Zusammenhang mit der Affäre um schwarze Kassen und Schmiergeldzahlungen gegen die gesamte ehemalige Konzernspitze vor. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, von den früheren Konzernchefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld sowie von allen anderen Topmanagern der Jahre 2003 bis 2006 Schadenersatz in noch unbekannter Höhe zu verlangen. Die 11 Ex-Manager sollen mit ihrem Privatvermögen geradestehen, weil der Aufsichtsrat ihnen vorwirft, ihre «Organisations- und Aufsichtspflichten» im Unternehmen verletzt und so die kriminellen Machenschaften ermöglicht zu haben, die Siemens nun weit mehr als eine Milliarde Euro an Strafzahlungen und internen Ermittlungen kosten. Die frühere Konzernspitze habe sich nur in der Theorie um die Einhaltung der internen Regeln und der Gesetze bemüht («organisierte Unverantwortlichkeit»), nicht aber in der Praxis.

3. Juli 2008: Überwiegend Freisprüche für ISMM / ISL Manager: Das Zuger Strafgericht hat alle 6 Angeklagten des ehemals grössten Sportrechts-Vermarkters von den Vorwürfen der Veruntreuuung und Betrug freigesprochen. Drei ehemalige Manager wurden in Nebenpunkten zu Geldstrafen verurteilt. Sie müssen auch einen Teil der Untersuchungskosten tragen, ebenso wie die Fifa, die den Fall mit einer Anzeige ins Rollen gebracht hatte, aber nach Ansicht des Gerichts später nicht immer nach Treu und Glauben mit der Untersuchungsbehörde zusammenarbeitete.

20. Juni 2008: Freispruch für Mario Corti: Der letzte CEO der Swissair ist in der 2. Instanz vom Zürcher Obergericht freigesprochen worden. Vier Kläger, darunter der Kanton Neuenburg und der belgische Staat, hatten Corti vorgeworfen, dass er an der Swissair-Generalversammlung vom April 2001 die Öffentlichkeit bewusst in die Irre geführt habe indem er den Abschluss eines neuen Milliardenkredits mit den Banken bestätigt habe. Das Obergericht war anderer Auffassung und sprach Corti nun auch eine volle Prozessentschädigung zu. Damit ist der Fall Swissair strafrechtlich abgeschlossen. Allerdings sind noch einige zivilrechtliche Klagen des Swissair-Liquidators hängig, in denen andere Kriterien und Voraussetzungen als im Strafrecht gelten.   

28. Mai 2008: Kein zweiter Strafprozess im Fall Swissair: Die Staatsanwaltschaft Zürich stellt die weiteren Ermittlungen in Sachen Swissair mangels Beweisen ein. Während des ersten Strafprozesses in Bülach Mitte 2007 hatte es noch geheissen, dass es vernutlich zu einem weiteren Strafprozess u.a. zu Fragen der Rechnungslegung kommen würde.

8. Mai 2008: SCOR gibt Vergleich betreffend Converium bekannt: Investoren hatten der Rückversicherungs-Gesellschaft Converium AG, ihrem ehemaligen CEO Dirk Lohmann und anderen Führungskräften  vorgeworfen, beim Gang an die Börse im Jahr 2001 und danach vorsätzlich oder grob fahrlässig völlig unzureichende Schadenreserven für das nordamerikanische Haftpflichtgeschäft gebildet zu haben. Dadurch sei es zu einer Überbewertung der Erträge und Vermögen gekommen. Als Converium im Juli und im September 2004 Korrekturen bekannt geben musste, brach der Aktienkurs um über 50% ein. SCOR als neue Muttergesellschaft der Converium zahlt geschädigten Aktionären ca. US$ 107 Mio. Die Zürich Versicherung zahlt in ihrer Funktion als ehemalige Muttergesellschaft der Converium weitere US$ 28 Mio. SCOR teilt mit, einen beträchtlichen Teil dieser Kosten von Converiums früheren D&O Versicherern zurück-zufordern.

28. April 2008: D&O Versicherer sollen in Siemens-Schmiergeldaffaire zahlen: Siemens hat unter seiner D&O Versicherung einen Haftpflicht-Schaden von bis zu 250 Mio EURO angemeldet. Es soll sich dabei um mögliche Schadenersatzforderungen des Siemens Konzern gegen frühere Manager handeln, die durch Geldstrafen, Steuernachzahlungen und Ermittlungskosten im Zusammenhang mit Bestechungen entstanden seinen. Siemens habe unter Führung der Allianz Versicherung eine D&O Police mit dieser Versicherungssumme.

11. April 2008: Shell schliesst Vergleich mit Nicht-US-Investoren über US$ 352.6 Mio: Shell hat sich auch mit den Investoren geeinigt, die in der Zeit zwischen April 1999 und März 2004 an Börsen ausserhalb der USA Shell Aktien gekauft haben. Sie hatten dem Konzern vorgeworfen, in der Vergangenheit seine gesicherten Öl- und Gasreserven als zu hoch angegeben zu haben. Als diese im März 2004 korrigiert wurden, reduzierte sich der Aktienkurs deutlich. Zusätzlich zu der Entschädigung wird Shell auch die Anwaltskosten der Kläger, Gerichtskosten und Zinsen seit April 2004 zahlen. 

25. März 2008: Bazl-Direktor Raymond Cron akzeptiert Geldstrafe für Vermögensdelikte zum Nachteil der Batigroup: Der Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt und führer Verwaltungsrat der Batigroup (gehört heute zu Implenia) ist rechtskräftig verurteilt worden, mehrfach Geld veruntreut, Urkunden gefälscht und Geschäfte ungetreu besorgt zu haben. Er hatte "schwarze Kassen" angelegt, um an gute Mitarbeiter Prämien und Bonuszahlungen zahlen zu können. Cron hatte sich erfolglos damit verteidigt, immer die Interessen der Bauunternehmung im Auge gehabt und dieses in einer schwierigen Lage vor Schaden bewahrt zu haben. 

17. März 2008: Ethos verzichtet auf Sonderprüfung bei UBS: Die Genfer Anlagestiftung Ethos verzichtet darauf, bei der UBS eine Sonderprüfung gerichtlich zu erzwingen. Die Bank sicherte zu, die Aktionäre transparenter über die behördlichen Abklärungen zu den Auswirkungen der Hypothekarkrise in den USA zu informieren. Ausserdem soll aus der 300 Seiten umfassenden Antwort der UBS auf die Fragen der EBK eine Zusammenfassung von ca. 30 Seiten veröffentlicht werden und den Aktionären vor der ordentlichen UBS Generalversammlung am 23. April zur Verfügung stehen.

11. März 2008: Beginn des Strafprozess gegen ehemalige ISMM / ISL Manager: Vor dem Strafgericht Zug hat der Prozess gegen sechs ehemalige Verwaltungsräte und Geschäftsführer des im Mai 2001 in Konkurs gegangenen Sportrechte-Vermarktungskonzerns ISMM/ISL begonnen. Ihnen wird Betrug vorgeworfen: Sie sollen Gelder von über 100 Mio CHF für TV-Übertragungsrechte hauptsächlich für die Fussball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 dazu genutzt haben, die Liquidität der Firma zu sichern, indem das Geld bewusst auf andere Konten unter anderer Bezeichnung geflossen sei, womit eine anteilmässige Zahlung an den Internationalen Fussballverband Fifa vermieden werden konnte. Allen Beschuldigten wird eine aktive Rolle oder eine Missachtung der Aufsichts- oder Kontrollpflicht bei den vorgeworfenen Delikten zur Last gelegt. Sie wiesen sämtliche Vorwürfe als haltlose Beschuldigungen zurück. Die Beschuldigten hatten angegeben, durch die nach dem Konkurs gegen sie eröffneten Strafverfahren beruflich und finanziell in teils schwere Krisen geraten zu sein. Das Urteil soll im Sommer mündlich eröffnet werden.

3. März 2008: Shell gibt Vergleich mit US-Investoren bekannt: Shell hat einen Vergleich in Höhe von rund US$ 80 Mio mit Aktionären geschlossen, die zwischen 1999 und 2004 Shell Aktien an US-Börsen erworben haben und wegen der Überbewertung der Öl- und Gasreserven eine Verlust erlitten.  

28. Februar 2008: Sammelklagen auch gegen Swiss Re: Infolge der Hypothekenkrise in den USA wird nach der UBS nun auch die Swiss Re vor Gericht gezogen. In New York wurde eine Sammelklage wegen falschen und irreführenden Angaben zur finanziellen Situation eingereicht, weil die Swiss Re zwei von Mai 2007 bis November 2007 unterzeichnete Kreditversicherungen auf Subprime-Hypotheken nie bekannt gemacht habe. Am Tag nachdem die Existenz und die Art dieser Derivate offengelegt worden sei, sei der Swiss Re-Aktienkurs von 97.55 auf 87.55 Franken gefallen. Die Kläger verlangen, dass alle US-Bürger, die während der Zeit von Mai bis November Aktien der Versicherung kauften, für den erlittenen Verlust entschädigt werden.

27. Februar 2008: Klagen gegen UBS: Zwar wurde an der heutigen a.o. Generalversammlung die Kapitalerhöhung von CHF 13 Mrd genehmigt und eine knappe Mehrheit hat den Antrag auf Sonderprüfung abgelehnt, aber die UBS und deren oberstes Management wird noch lange unter den Folgen der subprime Krise leiden. Es wird zahlreiche, mehrere Jahre dauernde Klagen gegen die UBS (und deren Führungskräfte) geben: Ende Februar will die deutsche HSH Nordbank in New York Klage gegen die UBS einreichen wegen erheblichen Verlusten auf einem Investment von USD 500 Millionen im US-amerikanischen Wohnimmobilienmarkt. Ausserdem sind  Sammelklagen (class actions) von Kleinaktionären in USA in Vorbereitung, mit denen die Kursverluste als Schadenersatz geltend gemacht werden.  Die Anwaltskanzleien suchen auch europäische Aktionäre, die sich den Klagen anschliessen wollen. 

8. Februar 2008: Stiftung Ethos will Sonderprüfung gegen UBS beantragen: Weil das Vertrauen in die UBS stark gelitten habe und sich die Situation für UBS-Aktionäre seit Dezember weiter verschlechtert hat, will die Stiftung für nachhaltige Anlagen Ethos an der a.o. Generalversammlung vom 27. Februar auf jeden Fall eine Sonderprüfung beantragen. Auch wenn der Antrag nicht die notwendige Mehrheit von 50% erreicht, kann Ethos sie allein als Aktionär mit Aktien im Nominatwert von über CHF 2 Mio beim Richter beantragen. 
21. Dezember 2007: Ethos untersucht Subprime Abschreibungen der UBS: Die Stiftung Ethos, Aktionärin der UBS, verlangt von ihr eine umfassende Darlegung der Gründe, die im 3. und 4. Quartal 07 zu Abschreibungen von CHF 16 Mrd geführt haben und ob die UBS die notwendige Trennung von Risikomanagement und Risikokontrolle sichergestellt hat.te. Ethos hat für die Mitte Februar stattfindetende ausserordentliche Generalversammlung einen Fragenkatalog an den Verwaltungsrt und die externe Revisionsstelle der UBS ausgearbeitet. Falls die Antworten unbefriedigend ausfallten, will Ethos eine aktienrechtliche Sonderprüfung gem. Art. 697a OR beantragen. Und abhängig vom deren Ergebnis behält Ethos sich Verantwortlichkeitsklagen gegen die Organe der Bank vor.
18. Dezember 2007: 200-Millionen-Klage gegen Liechtenstein und 10 Mio gegen Verwaltungsräte: Der Fondsmanager Jürgen Hermann fordert von Land Liechtenstein in einem Amtshaftungsprozess CHF 200 Mio Schadenersatz, weil die Finanzmarktaufsicht seine Fondsgesellschaft rechtswidrig unter ein Monitoring gesetzt habe, das bei den Investoren zum Rückzug ihrer Einlagen und zum Zusammenbruch des Fonds geführt habe. Er hat ausserdem die 3 Verwaltungsräte des Fonds auf Zahlung von CHF 10 Mio verklagt, weil sie kurzfristig und gesetzeswidrig ihre Ämter niedergelegt hätten.
15. Dezember 2007: Aktionärsklage gegen UBS und Peter Wuffli: Ein Aktionär hat die UBS und deren Ex-Konzernchef Peter Wiffli und Ex-Finanzchef Clive Standish vor einem New Yorker Gericht verklagt. Er wirft ihnen Irreführungen und falsche Informationen über die Abschreibungen wegen der Hypothekenkrise vor. Er habe dadurch Verluste auf seinen zwischen März und Dezember 2007 erworbenen Aktien erlitten. 
1. Dezember 2007: Aussergerichtliche Vergleichverhandlungen im AFG Prozess gescheitert. Das Bezirksgericht führt nun ein mehrere Monate dauerndes Beweisverfahren ohne öffentliche Gerichtsverhandlung durch. Danach wird ein schriftliches Urteil ergeben. 
20. November 2007: AFG Prozess ausgesetzt: Der Prozess um Schadenersatz von CHF 6.7 Mio gegen 6 frühere Verwaltungsräte der Arbonia Forster Gruppe vor dem Bezirksgericht Arbon ist vorläufig ausgesetzt worden. Der Prozess drohte zu platzen, weil die Beklagten die Aussagen verweigert hatten. Ausserdem soll zuvor versucht werden, dass sich die Parteien aussergerichtlich einigen. 
9. November 2007: Aktionäre verklagen Citigroup im Zusammenhang mit den Abschreibungen wegen der Hypothekenkrise. Das Institut habe falsche Angaben zu Geschäftszahlen gemacht. Eine Rechtsanwaltskanzlei reichte die Forderung auf Schadensersatz ein, welche die Anwälte als Sammelklage anerkennen lassen wollen. Citigroup-Chef Charles Prince ist inzwischen zurückgetreten. Bereits Tage zuvor hat ein Aktionär mehrere Citigroup-Manager angezeigt.
2. November 2007: Ehemaliger VR von Arbonia Forster eingeklagt: Der gesamte ehemalige Verwaltungsrat der Arbonia Forster Holding AG (AFG) steht vom 16. November an drei Tage lang vor Gericht. Eingeklagt wurde das Gremium von der AFG, treibende Kraft ist der Hauptaktionär Edgar Oehler. Er kritisiert, das frühere AFG-Management habe Wertberichtigungen von 10,2 Mio CHF und Rückstellungen von 1,7 Mio CHF verschwiegen und das Unternehmen habe durch Währungsspekulationen im Jahr 2002 einen Verlust von 11,9 Mio CHF hinnehmen müssen.   
12. September 2007: Staatsanwaltschaft prüft zweiten Swissair-Strafprozess: Die Anklagebehörde hat ein Gutachten beim Wirtschaftsprüfen Balmer-Etienne in Auftrag gegeben, um allfällige Bilanzschönungen zu untersuchen. Über das weitere Vorgehen wird die Behörde im Frühjahr 2008 orientieren.
11. September 2007: Obergericht beschäftigt sich mit Swissair-Strafprozess: Das Zürcher Obergericht beschäftigt sich nur noch mit Teilaspekten des ersten Swissair-Strafprozesses. Drei der Freigesprochenen, u.a. Philippe Bruggisser, haben Rekurs gegen die ihnen auferlegten Kosten und die Reduktion ihrer Prozessentschädigungen eingelegt. Ausserdem haben der Kanton Neuenburg und der belgische Staat Berufung gegen den Freispruch von Mario Corti erhoben.
8. September 2007: Keine Berufung im Swissair-Strafprozess: Die Staatsanwaltschaft legt keine Berufung gegen die 19 Freisprüche ein, weil sie die Erfolgschancen bei einer Fortführung des Verfahrens als zu gering ansieht.  Das Urteil macht deutlich, dass die Gerichte bei komplexen wirtschaftlichen Vorgängen sehr zurückhaltend sind, wenn den Angeklagten keine Bereicherungsabsicht vorgeworfen bzw. nachgewiesne werden kann.
28. August 2007: 2 Leiter des Solothurner Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA) zu Schadenersatz von je CHF 100'000 verurteilt: Der Kanton Solothurn hat erfolgreich gegen den ehemaligen Gesamtleiter und einen Abteilungsleiter des AWA wegen grober Fahrlässigkeit regressiert. Ihnen werden Mängel in der Organisation, vernachlässigung des Controllings und der Mitarbeiterkontrolle vorgeworfen. Dadurch kam es zu Subventions- und Darlehnszahlungen an Unternehmen ohne ausreichende Bonitätsprüfungen oder Bundesgelder wurden nicht rechtzeitig abgerufen und gingen dann dem Konton verloren.
  
15. August: 2007 Zustellung der Urteile im Swissair-Strafprozess: Das Bezirksgericht Bülach hat den Parteien die umfangreichen schrifltichen Urteile zugestellt. Die Staatsanwaltschaft hat 20 Tage Zeit (gerechnet ab 21. August, dem Ende der Gerichtsferien)  gegen die Freisprüche Berufung einzulegen. Aber auch die 8 Angeklagten, denen trotz Freisprüchen Kosten auferlegt bzw. die Prozessentschädigungen gekürzt worden sind, haben das gleiche Recht.
9. August 2007: Erste Verurteilung wegen Rückdatierung von Optionen: Der ehemalige CEO von Brocade Communications System, Gregory Reyes, ist in Kalifornien wegen wiederholter Rückdatierung von Aktienoptionen (mit Betrug und Urkundenfälschung) verurteilt worden. Die genaue Höhe des Strafmasses wird noch festgelegt. Es handelt sich um den ersten Strafprozess und damit um eine Art Muster für weitere Verfahren. Die Justizbehörden und Börsenaufsicht SEC ermitteln gegen rund 140 vorwiegend Technologieunternehmen bei denen etwa die Hälfte der CEOs wegen stock options ihren Posten verloren hat. 
21. Juni 2007: Berufungen gegen Swissair Freisprüche: Nachdem die Zürcher Staatsanwaltschaft bereits am 13. Juni Berufung gegen die Freisprüche aller 19 Angeklagten erhoben hatte, werden diese nun auch vom Kanton Neuenburg, dem belgischen Staat und der Société Générale angefochten. Das schriftlich begründete Urteil wird den Angeklagten voraussichtlich im Juli oder August zugestellt. Der Berufungsprozess sollte bis Mitte 2008 vor dem Zürcher Obergericht stattfinden können; ab diesem Zeitpunkt beginnen einzelne der angeklagten Delikte zu verjähren. 
7. Juni 2007: Freisprüche im Swissair-Prozess: Sämtliche Angeklagten wurden vom Bezirksgericht in 1. Instanz freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft ist mit ihren Anklagen in keinem einzigen Punkt durchgedrungen. Auf vereinzelte Anklagepunkte stieg das Gericht gar nicht ein. Die Staatsanwaltschaft kann den Fall vor die nächste Instanz weiterziehen.
27. April 2007: Urteile im Swissair-Prozess am 7. Juni: Das Bezirksgericht gibt wiederum öffentlich in der Stadthalle Bülach die Urteile im Strafprozess am 7. Juni bekannt. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen die 19 Angeklagten Freiheitsstrafen von 6 bis 28 Monaten sowie Geldstrafen und Bussgelder beantragt, während die Verteidigung in allen Fällen Freispruch gefordert hatte.
3. April 2007: Erster Strafbefehlt in der Swissfirst-Affaire: Die Zürcher Staaatsanwaltschaft wird einem ehemaligen Angestellten der Swissfirst in den nächsten Tagen einen Strafbefahl wegen Verletzung des Bankgeheimnisses zustellen. Er hatte eine Tabelle mit den Namen der Pensionskassen weitergegeben, die kurz oder nach der Fusion der Swissfirst mit der Bank am Bellevue mit Swissfrist-Aktien gehandelt hatten. Diese Information war ausschlaggebend für die Anzeige des ehemaligen Grossaktionärs Rumen Hranow gegen den ex-CEO Thomas Matter. 
30. März 2007: CHF 6.7 Mio vom ehemaligem CEO der AFG gefordert: Arbonia-Forster (AFG) hat den ehemaligen Vorsitzenden der Geschäftsleitung und VR-Präsident Paul Gattiker und dessen ehemaligen Finanzchef auf Schadenersatz wegen desaströser Devisenspekualtionen und Nichtdurchführung der von der Revisionsstelle geforderten nötigen Bewertungen verklagt. Der Streit läuft bereits seit Ende 2003 und begann damit, dass AFG den beiden Managern die Entlastung verweigerte. Vergleichsverhandlungen unter Teilnahme des D&O-Versicherers scheiterten. Das Gerichtsverfahren wird voraussichtlich in diesem Jahr abgeschlossen.
22. März 2007: Erneuter BGE Entscheid zur aktienrechtlichen Sonderprüfung: Aktionäre mit zusammen mindestens 10 % Anteil können beim Richter die Einsetzung eines Sonderprüfers verlangen, um damit u.a. mögliche Pflichtverletzungen der Organe untersuchen zu lassen. Das Bundesgericht hat nun entscheiden, dass diese 10 % Grenze eingehalten werden muss bis der Richter über die Klage entschieden hat.
9. März 2007: Verhandlungsende des 1. Swissair-Strafprozesses:  Nach 28 Verhandlungstagen seit dem 16. Januar ist heute die Hauptverhandlung im ersten Strafprozess um den Untergang der Swissair abgeschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft hat für alle Angeklagten Geldstrafen und Bussgelder, im Falle von Mario Corti sogar eine unbedingte Haftstrafe, gefordert. Die Verteidiger haben für alle 19 Angeklagten Freisprüche beantragt. Jetzt zieht sich das dreiköpfige Gericht zur geheimen Urteilsberatung zurück. Die Urteilseröffnung ist laut Gerichtspräsident Andreas Fischer nicht vor Ende Mai zu erwarten.
7. Februar 2007: Neues BG Urteil zum Recht auf Sonderprüfung: Ein neues Urteil des Bundesgerichts hält fest, dass ein Aktionär, der zugleich Verwaltungsrat ist, in seiner Eigenschaft als Aktionär eine Sonderprüfung (Art. 697 a OR) verlangen kann, ohne vorher seinen umfassenden VR-Anspruch auf Auskunft (Art. 715a OR) geltend machen zu müssen. Das Recht auf eine Sonderprüfung bestimmter Sachverhalte wurde mit der Aktienrechtsreform 1992 zur Verbesserung der Aktionärsrechte eingeführt und wird durch die neue Entscheidung des BG gestärkt. Es kann dazu dienen, Pflichtverletzungen aufzudecken und Verantwortlichkeitsansprüche vorzubereiten.
5. Januar 2007: Anklageveröffentlichung im Fall Swissair: Am 16. Januar beginnt vor dem Bezieksgericht Bülach der Strafprozess gegen 19 Angeklagte, darunter 10 ehemalige Verwaltungsräte der Swissair. Ihnen werden verschiedene Delikte aus mehreren Sachverhaltskomplexen (z.B. Vermögensvernichtende Restrukturierungen, unrechtmässige Zahlung an Sabena, falsche Aussagen über den Milliardenkredit der Grossbanken und Gläubigerbevorzugung) zur Last gelegt.  Der Prozess dauert voraussichtlich bis Mitte März, mit einem Weiterzug bis zum Bundesgericht ist zu rechnen. Die ersten Delikte verjähren bereits Mitte 2008.
2. Januar 2007: D&O-Versicherer zahlen weitere € 168 Mio im Fall DaimlerChrysler: Im Deckungsstreit zwischen DaimlerChrysler und mehreren Versicherungsgesellschaften unter der Führung von ACE haben sich die Parteien kurz vor der für den 9. Januar geplanten Beweisaufnahme vor dem Landgericht Stuttgart in einem Vergleich geeinigt. Nachdem die AIG bereits die ersten € 25 Mio praktisch ausschliesslich für Verteidigungs- und Gerichtskosten gezahlt hat, zahlen auch die anderen D&O Versicherer fast ihre gesamte Versicherungssumme für die Klage von ehemaligen Chrysler Aktionären gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Daimler Jürgen Schrempp.
29. Dezember 2006: Klagen gegen Zürich abgewiesen, gegen Converium noch offen:  Ein US-Bundesgericht in New York hat eine Sammelklage von Aktionären gegen die Zurich Financial Services (ZFS) im Zusammenhang mit der Abspaltung der früheren Rückversicherungs-Tochter Converium Holding AG im Jahre 2001 abgelehnt. Dagegen sagte die US-Richterin Denise Cote, dass es noch zu früh sei, Klagen gegen Converium selbst und deren früheren CEO Dirk Lohmann sowie CFO Martin Kauer zu beurteilen. Die Kläger behaupten, die Beteiligten hätten zum Zeitpunkt des Börsengangs von Converium im Jahr 2001 gewusst, dass die Reserven für die Begleichung von Schäden zu klein gewesen seien.
29. November 2006: Mannesmann-Verfahren ohne Urteil zu Ende: Das Düsseldorfer Landgericht hat das Verfahren eingestellt, nachdem sich die Angeklagten zuvor mit der Staatsanwaltschaft auf die Zahlung von insgesamt € 5.8 Mio hat geeinigt hatten. Die höchste Summe trägt mit 3,2 Millionen Euro Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Rund sieben Jahre hatte der Prozess für Schlagzeilen gesorgt. Das Ende ohne Urteil bedeutet vor allem für die Angeklagten, dass sie weiterhin nicht als vorbestraft gelten. Nach Ansicht der Richter wäre eine Fortsetzung des Prozesses nicht im Interesse der Öffentlichkeit.

6. November 2006: Zürcher Nationalrat Hans Kaufmann klagt wegen Rufschädigung: Der SVP-Nationalrat fühlt sich von den Medien wegen der Nennung seines Namens bei der Berichterstattung über die Swissfirst in seiner Ehre verletzt. Er will Strafanzeige gegen drei Zeitungen einreichen. Ausserdem will er Schadenersatzansprüche erheben, weil er mehrere Beratungsmandate bei anderen Pensionskassen verloren hat. 

30. Oktober 2006: Neues Grundsatzurteil des Bundesgerichts zu Verantwortlichkeits-klagen: Das Bundesgericht in Lausanne hat entschieden, dass die Mehrheit der Stammaktien (also die Kapital- und nicht die Stimmenmehrheit) auch darüber entscheidet, wer als Prozessvertreter die Verantwortlichkeitsansprüche der Gesellschaft gegenüber dem Verwaltungsrat durchsetzt. Dies ist eine wichtige Stärkung der Minderheitsrechte, besonders in vielen Familien-AGs.
26. Oktober 2006: Zweites Mannesmann-Verfahren begonnen: Vor dem Landgericht Düsseldorf hat die Neuauflage des Mannesmann-Prozesses begonnen, nachdem der Bundesgerichtshof die Freisprüche aufgehoben hatte. Mehreren Aufsichtsratsmitgliedern, darunter auch Deutsch-Bank-Chef Josef Ackermann, wird Untreue vorgeworfen. Die Zahlung  von € 57 Mio als Boni für ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder im Zuge der Übernahme durch Vodafone soll zum Schaden der Gesellschaft erfolgt sein, weil sie weder vertraglich vereinbart waren, noch zu einem Vorteil bei der Gesellschaft geführt hätten.  
23. Oktober 2006: Lange Haftstrafe für Ex-Enron Chef: Der ehemalige Enron-CEO, Jeffrey Skilling, ist wegen Betrug und Insider-Handel zu 24 Jahren und 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Zusätzlich verlangt die Staatsanwaltschaft von ihm die Rückzahlung $ 182.9 Mio, die er sich zu Unrecht angeeignet haben soll. Er hat Berufung eingelegt. Wenige Tage zuvor war das Strafurteil gegen den ehemeligen Unternnehmensgründer Kenneth Lay aufgehoben worden, weil er im Juli an einem Herzinfakt gestorben ist. 
12. Oktober 2006: Keine Prospekthaftung im Fall Miracle: Das Bundesgericht hat im Fall der von 2 Aktionären beklagten ehemaligen Verwaltungsräte der Miracle Holding AG eine auf Fehler im Börsenprospekt gestützte Klage (Prospekthaftung) abgelehnt. Es habe zwischen den Angaben im Emissionsprospekt und dem Entscheid der Kläger zum Kauf der Aktien kein natürlicher Kausalzusammenhang bestanden. Für den Aktienkauf ausschlaggebend seien vielmehr der Zukunftsglaube, die Risikobereitschaft und Spekulation der Anleger gewesen.
3. Oktober 2006: Milliardenforderungen gegen Swissair Manager: Der Swissair Liquidator Karl Wüthrich hat beim Friedensrichteramt Zürich ein Sühnebegehren gegen 39 ehemalige VR- und GL-Mitglieder der Swissair Gruppe gestellt. Er fordert im Namen der liquidierten Gesellschaften insgesamt CHF 8.65 Milliarden Schadenersatz. Das Rechtsbegehren dient in erster Linie dazu, die drohende Verjährung zu unterbrechen. Ob und in welchem Umfang später Verantwortlichkeitsansprüche gerichtlich geltend gemacht werden ist noch offen.
27. September 2006: Ex-Finanzchef von Enron verurteilt: 5 Jahre nach dem Zusammenbruch von Enron ist der ehemalige Finanzchef Andrew Fastow zu 6 Jahren Haft verurteilt worden. Fastow hatte ein Geständnis abgelegt und musste Vermögenswerte von über $ 30 Mio zurückgeben. Seine Aussagen haben den Behörden geholfen, den Unternehmensgründer Kenneth Lay und den Ex-CEO Jeffrey Skilling wegen Verschwörung und Betrug zu verurteilen. 
19. September 2006: Prozessbeginn in Sachen SAirGroup am 16. 1.2007: Das Bezirksgericht Bülach hat die am 12. Juli (s.u.) eingereichte überarbeitete Anklageschrift akzeptiert und den Beginn der Hauptverhandlung gegen die 19 Angeklagten auf den 16. Januar 2007 festgesetzt. Es wird damit gerechnet, dass der Prozess bis Anfang März dauert.
  
14. September: Siemens Pensionskasse unter Druck: Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Swissfirst Bank wurde der Anlagenchef der Siemens PK, Roland Rümmeli, verhaftet.  Er hatte von einer unbekannten Person für einen unbekannten Zweck eine sechsstellige Summe erhalten. Das Vermögen der PK war zu einem ungewöhnlich grossen Anteil in Aktien der Swissfirst und in Aktien der Mystery Park AG investiert. Die PK hat externe Anwälte zur Untersuchung der Geschäftspraktiken beauftragt. 
6. September 2006: Sammelstiftung First Swiss Pension Funds: Absetzung des Stiftungsrates: Das BSV hat die Liquidation der Sammelstiftung angeordnet und den Stiftungsrat abgesetzt, weil die Stiftung weder eine bestätigte Jahresrechnung noch einen Nachweis ihres Vermögens erbringen konnte. Gleichzeitig wurden Strafuntersuchungen gegen die Stiftungsräte eingeleitet mit dem Verdacht auf ungetreue Geschäftsführung und Veruntreuung, denen wahrscheinlich Schadenersatzansprüche vom BVG-Sicherheitsfonds oder geschädigten Versicherten folgen werden.  
29. August 2006: Swissfirst: Rücktritt von Thomas Matter: Nachdem die Staats-anwaltschaft gegen den CEO der Swissfirst Bank Untersuchungen wegen des Verdachts auf Betrug, Veruntreuung u.a. Delikte durchführt, ist T. Matter von seiner Funktion zurückgetreten. Er soll Aktionäre unredlich dazu bewogen haben, Aktien zu verkaufen, um die Fusion mit der Bellevue Bank zu ermöglichen. Damit könnte er auch gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstossen haben, was zu (D&O-)Schadenersatzansprüchen gegen ihn führen könnte. Die Staatsanwaltschaft hat in einem zweiten Verfahren die Untersuchungen auch auf Organe diverser Pensionskassen ausgeweitet.
21. Juli 2006: Gutachten zu Ferienverein: Das Beratungsunternehmen Ernst & Young hat im Auftrag der Zürcher Finanzdirektion ein Gutachten zur Kreditvergabe an den Ferienverein erstellt. In den 80iger und 90iger Jahren hatte der Kanton dem Ferienverein Kredite von über CHF 100 Mio gegeben und musste im Mai dieses Jahrs auf CHF 46,3 Mio verzichten. Das Gutachten stellt erhebliche Mängel und Fehler bei der Vergabe und Überwachung der Kredite fest. Laut Finanzdirektor Hans Hollenstein liefert es aber keine Grundlage für Haftungsansprüche gegen die damals an der Kreditvergabe beteiligten Personen.
12. Juli 2006: SAirGroup-Anklageschrift erneut eingereicht: Die Zürcher Staats-anwaltschaft hat die überarbeitete Anklageschrift beim Bezirksgericht Bülach eingereicht. Damit werden formelle Mängel behoben, die dazu geführt hatten, dass das Gericht die Anklage im März zunächst zurückgewiesen hat. Es wird nun damit gerechnet, dass die Gerichtsverhandlung Anfang 2007 beginnen wird.
11. Juli 2006: Sammelklage gegen EADS: Nachdem die Lieferverzögerung beim Airbus A380 zu einem Rückgang des Aktienkurses um 26 % geführt hatten, hat eine Aktionärsgruppe in den Niederlanden eine Sammelklage auf Schadenersatz gegen den Luft- und Raumfahrtkonzern eingereicht.
6. Juni 2006: Mannesmann-Prozess wird neu aufgerollt: Am 26. Oktober 2006 beginnt vor dem Landesgericht Düsseldorf erneut der Strafprozess wegen des Vorwurfs der Untreue gegen den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und andere ehemalige Vorstands- und Aufsichtsmitglieder von Mannesmann, nachdem der Bundesgerichtshof im letzten Dezember die Freisprüche der 1. Instanz aufgehoben hatte. 
5. Juni 2006: Parmalat-Prozess eröffnet: Im Parma hat das Hauptstrafverfahren gegen den Firmengründer Calisto Tanzi und 63 weitere Manager, VR-Mitglieder und Buchprüfer wegen Bilanzfälschung, betrügerischem Bankrott, Gründung einer kirminellen Vereinigung u.a. begonnen. Bei dem Zusammenbruch des Konzerns im Dezember 2003 wegen Schulden von € 14.4 Mrd verloren u.a. 135'000 Kleinaktionäre ihr Geld. Es ist der wichtigste und grösste Prozess aller Zeiten um Finanzbetrug in Europa.

25. Mai 2006: Schuldspruch gegen Enron-Chefs: Die Jury hat die beiden ehemaligen Konzernchefs Kenneth Lay und Jeffrey Skilling für schuldig befunden, den Kollaps des Energiekonzerns Enron auf betrügerische Weise verursacht zu haben. Die Höhe der Gefängnisstrafen wird vom Richter festgelegt, Experten rechnen mit mehr als 25 Jahren, beide Angeklagte haben aber bereits Berufung eingelegt. Der Fall Enron ist zum Symbol für Bilanzmanipulation  und Wirtschaftsbetrug geworden und hat schärfere Aufsichtsgesetze (Sarbarnes-Oxley) ausgelöst. 

22. Mai 2006: Hohe Geldbussen im Ahold Prozess: Der ehemalige Vorstandschef und der Ex-Finanzchef von Ahold sind in Amsterdam zu Bewährungsstrafen von je 9 Monaten und zu Geldbussen von je € 225'000 verurteilt worden. Ihnen wurde vorgeworfen, mittels Betrug und Urkundenfälschung die Umsätze von Ahold künstlich aufgebläht zu haben und damit das Vertrauen von Arbeitnehmern, Kunden, Aktionären und Buchprüfern missbraucht zu haben. Mildernd wurde berücksichtigt, dass die Angeklagten sich nicht persönlich bereichert hatten. Zivilrechtliche Haftungsansprüche wurden bereits durch einen Vergleich über € 1.1 Mrd verglichen.

19. Mai 2006: Esmertec kämpft ums Überleben: Der Aktienkurs der Handy-Software Firma aus Dübendorf ist um 60 % eingebrochen, nachdem die Firma mitteilen musste, dass der Umsatz des 1. Semesters 2006 weniger als halb so hoch wird wie noch vor wenigen Wochen vorhergesagt. Wichtige Manager inklusive dem CEO und VR Präsidenten Alain Blancquart haben die Firma kurz vor der Generalversammlung verlassen. Esmertec war nach 2 verschobenen Anläufen erst im September 2005 an die Börse gegangen. Haftpflichtansprüche von verärgerten Aktionären sind nicht auszuschliessen.   

11. Mai 2006: Einstweilige Nichtzulassung der Anklageschrift im Fall Swissair: Das Bezirksgericht Bülach hat die Ende März eingereichte Anklageschrift vorerst nicht zugelassen, weil die Angeklagten nicht einwandfrei ersehen könnten, was ihnen vorgeworfen werde. Die Zürcher Staatsanwaltschaft erklärte, sie werde die Sachverhalte und Tathandlungen wo nötig bis ungefähr Anfang Juli präzisieren. Der Beginn des Strafprozesses ist zwischen Mitte Januar und Mitte März 2007 geplant, um der gefürchteten Verjährung von vielen Delikten zuvorzukommen. 

31. März 2006: Strafanträge im Fall Swissair: Die Staatsanwaltschaft Zürich hat heute in einer Pressekonferenz über die Einreichung ihrer Anklageschrift beim Bezirksgericht Bülach informiert. Sie wirft 16 ehemaligen Verwaltungsräten und Führungskräften der Swissair sowie 3 weiteren Personen zahlreiche strafrechtliche Delikte vor. Das Gericht muss nun prüfen, ob es die Anklagen zulässt.

25.3.2006: US-Angestellte verklagen Novartis: Eine frühere Verkaufsangestellte wird dem Pharmakonzern vor, sie und andere Angestellte sei für Überstunden nicht ordnungsgemäss entschädigt worden und fordert mittels einer Sammelklage eine Wiedergutmachung von insgesamt $ 225 Mio. Derartige Arbeitnehmer-Klagen (EPL = employment practice liability) sind vor allem in USA weit verbreitet und Unternehmen mit grösseren Betriebsstätten in USA sollten dafür zusätzlich zu einer D&O- eine separate EPL-Versicherungspolice abschliessen.

10.1.06: Milliardenklage gegen die Dresdner Bank: Sechs Mitarbeiterinnen haben in Manhattan eine Sammelklage über $ 1.4 Mrd eingereicht. Sie werfen der Tochtergesellschaft der Allianz-Gruppe vor, sie lasse Frauen nicht auf Spitzenposten aufsteigen, bezahle ihnen nicht die gleichen Gehälter wie Männern und setze sie einem feindlichen Arbeitsumfeld aus.

21.11.05: 6 Strafklagen im BCV Finanzdebakel: Die Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt will gegen 6 ehemalige Führungskräfte der Banque Cantonale Vaudoise (BCV) erheben wegen ungetreuer Geschäftsführung, Urkundenfälschung und möglicherweise Veruntreuung. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit der Verschleierung von notwendigen Rückstellungen auf Risikogeschäfte der BCV zwischen 1996 und 2001. Nach der Offenlegung kam es zu einem Finanzdebakel in dessen Folge der Kanton eine Kapitalspritze von CHF 1.25 Mrd geben musste.
27.10.05: Ein letzes Mal Geld für SLT Gläubiger: 14 Jahre nach dem Zusammenbruch der Spar- und Leihkasse Thun (SLT) erhielten die 5.-Klass-Gläubiger noch ein letztes Mal Geld und bekamen damit gut 60 % ihrer ursprünglichen Guthaben bei der Bank zurück. Im September 1995 belangte der Liquidator verschiedene ehemalige Organe der Bank, darunter auch die aktienrechtliche Kontrollstelle, auf Bezahlung von Fr. 35 Mio. Mit einigen der Beklagten wurden Vergleiche abgeschlossen, gegen andere wurde die Klage abgewiesen.
6.10.2005: Einstellung der Strafuntersuchung gegen ABB-Pensionäre Barnevik und Lindahl: Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat ihre Untersuchungen im Zusammenhang mit Pensionsbezügen von CHF 148 Mio für P. Barnevik und CHF 85 Mio für G. Lindahl ohne Folge einstellen müssen. Die beiden hätten sich nicht der ungetreuen Geschäftsführung schuldig gemacht und auch sonst keine Strafnormen verletzt. Allgemein ist die Staatsanwaltschaft der Ansicht, dass es im schweizerischen Strafrecht keine Norm gibt, die Vergütungsexzesse ahndet, wenn diese formal korrekt zustande gekommen sind.
18.09.2005: Mitglieder des SAir-Verwaltungsrats haben Zahlungsbefehle erhalten
Der Liquidator der Swissair Gruppe Karl Wüthrich fordert von Mitgliedern des früheren SAir-Verwaltungsrats rund CHF 280 Mio. Er hat am 2. September eine entsprechende Zivilklage beim Zürcher Bezirksgericht eingereicht und Ex-CEO Philippe Bruggisser u.a. haben einen Zahlungsbefehl erhalten. Ausgenommen sind Mario Corti und Georges Schorderet, weil sich diese ins Ausland abgesetzt haben. Unterdessen verzögert sich die Strafuntersuchung weiter. Der zuständige Staatsanwalt Hirt will nicht einmal mehr einen Zeitpunkt nennen, wann und ob er Anklage erheben werde.
13.08.05: Neue bevorstehende Verantwortlichkeitsklage im Fall Swissair
Da Verhandlungen vor dem Friedensrichter betreffend Verantwortlichkeits-Ansprüche aus der Roscor-Transaktion keine Einigung brachten, will der Liquidator Karl Wüthrich "in den nächsten Wochen" beim Bezirksgericht Zürich eine Klage erheben. Der Vorwurf in diesem Verfahren geht dahin, dass die SAirGroup ihrer Tochterfirma namens Roscor AG die Tochtergesellschaft SAirLines übertragen habe, ohne von ihr eine entsprechende Kompensation zu erhalten. Damit sei ein Schaden von CHF 280 Mio entstanden, den der Verwaltungsrat und die Konzernleitung der SAirGroup zu tragen habe, weil sie nicht alle Informationen nutzen, die Konsequenzen nicht ausreichend analysierten und nicht im besten Interesse für das Unternehmen handelten.
30.6.05: Deutscher Bundestag genehmigt Gesetz zur Veröffentlichung der Löhne (inkl. Boni, Pensionen und Nebenleistungen) von Vorständen börsenkotierter Unternehmen in den Geschäfts-berichten. Die Pflicht gilt ab 1.1.2007 erstmals für das Geschäftsjahr 2006. Eine Befreiung davon ist durch Beschluss der Hauptversammlung mit mindestens 75 % der Stimmen bis zu maximal 5 Jahren möglich.
28.6.05: Swissair Nachlassverwalter Karl Wüthrich bereitet die nächste Haftungsklage vor. Die Verwaltungsräte der ehemaligen Swissair Tochter Flightlease sollen auf Anweisung der Holding pflichtwidrig zum Schaden der Tochtergesellschaft Millionen an den Cash-Pool der SAirGroup bezahlt haben und sollen nun dafür persönlich haften.
20.6.05: Erfolglose Zivilklage von Obligationären gegen SAir-Verwaltungsräte: Das Bundesgericht hat die Abweisung der Zivilklage von Obligationären durch das Handelsgricht Zürich vom Dezember 2004 bestätigt. Wertpapierinhaber unterliegen mit Ihrer Schadenersatzklage in Höhe von CHF 2 Mio, weil es am Kausalzusammenhang zwischen ihrem Schaden und der Falschbe-hauptung eines neuen Milliardenkredites gefehlt habe.
08.06.05: Transparenz betreffend Vergütungen an Verwaltungsräte und Geschäftsleitung börsenkotierter Gesellschaften: Der Ständerat hat dem Gesetzesentwurf des Bundesrates zur Änderung des Obligationenrechts zugestimmt. Danach müssen börsenkotierte Gesellschaften die Vergütungen der Verwaltungsräte individuell und die Vergütungen an die Geschäftsleitung summarisch sowie die höchste bezahlte einzelne Vergütung an ein Geschäftsleitungsmitglied (in der Regel des CEO) im Jahresbericht offen legen.
07.06.05: Finanzminister Hans-Rudolf Merz geht davon aus, dass der Verwaltungsrat und das Topmanagement der Swissair für den Zusammenbruch der Fluggesellschaft zur Rechenschaft gezogen werden. Die Anhaltspunkte für verantwortlichkeits-begründende Handlungen der mass-gebenden Swissair-Organe hätten sich verfestigt, sagte Merz in der Fragestunde des Nationalrates.
26.5.05: Zivilklagen gegen Maurice Greenberg und die AIG: Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer klagt wegen systematischer Fälschung der Finanzausweise durch obskure und betrügerische Transaktionen.

20.5.05: Eine Sammelklage von Aktionären gegen Adecco im Zusammenhang mit den Kursstürzen aufgrund angeblicher Bilanzunregelmässigkeiten wurde vom Gericht in Südkalifornien abgewiesen.
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