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Die zeitliche Deckung von D&O-Policen


Laufzeit und Erneuerung
D&O-Policen werden bei KMUs meistens für 1 Jahr und mit einer Klausel für stillschweigende Erneuerung um jeweils 1 Jahr (Prolongation) abgeschlossen, manchmal auch als Mehrjahresverträge. Bei grösseren Unternehmen oder bei schlechter Finanzlage der Gesellschaft laufen die Policen nach 1 Jahr ab und müssen neu geprüft und dann erneuert werden.  
 
Welche Ansprüche fallen unter eine Police ?
D&O-Haftpflichtfälle können sich über einen langen Zeitraum erstrecken. Zwischen der schadenverursachenden Handlung (oder Unterlassung), der Feststellung des Schadens und der erstmaligen Forderung nach Schadenersatz können mehrere Monate (oder gar Jahre) vergehen. In der Zwischenzeit kann sich die Versicherungssituation verändert haben und deshalb müssen die Policen ihre zeitliche Geltung klar definieren. Für D&O-Policen gilt das Anspruchserhebungsprinzip (claims made), d.h. sie versichern die Ansprüche, die vom Geschädigten erstmals während der Laufzeit der Police gegen eine versicherte Person erhoben werden. Als Anspruch im Sinne der Policen gelten die (schriftliche) Forderung auf Zahlung einer bestimmten Geldsumme, die Erhebung einer zivilrechtlichen Klage oder strafrechtlichen Anklage oder eines anderen Verfahrens.
 
Vorrisikoversicherung
Schweizer D&O-Policen gewähren in aller Regel (ohne Zusatzprämie) auch sogenannte Vorrisiko- oder Rückwärtsdeckung. Damit werden auch Pflichtverletzungen gedeckt, die vor dem Beginn der Police begangen wurden, soweit der daraus resultierende Schadenersatzanspruch erstmals während der Policenlaufzeit erhoben wurde - vorausgesetzt, das Unernehmen und seine Organe hatte bei Abschluss der Versicherung keine Kenntnis von Pflichtverletzungen. In besonderen Fällen wird die Rückwärtsdeckung bis zu einem bestimmten Datum (retroactive date) beschränkt oder sie wird ganz ausgeschlossen.
 
Nachrisikoversicherung und Meldung von Umständen
Das Anspruchserhebungsprinzip ist bei Policenbeginn vorteilhaft für die Versicherten. Am Policenende (wenn die Police nicht erneuert oder durch eine andere ersetzt wird) ist es aber negativ für sie: Schadenersatzansprüche, die danach erhoben werden, sind nicht mehr versichert, auch wenn Pflichtverletzung und Schadeneintritt noch während der Policenlaufzeit erfolgt sind.
Um diese Folge abzuschwächen, enthalten die Policen üblicherweise folgende Regelungen:
  • Nachrisikoversicherung (Schadennachmeldefrist, extended reporting period): Wenn eine befristete Police abläuft oder eine Mehrjahrespolice / automatische Erneueurng gekündigt wird, dann gibt es in der Police entweder eine automatische Nachmeldefrist oder die Option (einseitiges Ausübungsrecht) für den Versicherungsnehmer, eine solche Frist/Dauer zu einer vorher fest vereinbarten einmaligen Zusatzprämie auszuwählen. Während einer solchen Frist/Dauer sind erstmals nach Policenende erhobene Schadenersatzansprüche noch versichert, wenn sie sich auf Pflichtverletzungen beziehen, die vor dem Policenende begangen wurden. Dauer und Kosten für diese Nachmeldefristen sind in D&O-Policen recht unterschiedlich.
  • Nachrisikoversicherung für ausgeschiedene versicherte Personen: Während der Laufzeit der Police freiwillig oder ordentlich ausgeschiedene (im Gegensatz zu entlassenen) versicherte Personen erhalten automatisch und prämienfrei Nachmeldefristen von mehreren Jahren, zum Teil sogar unbegrenzt.
  • Meldung von Umständen: Wenn ein Versicherter während der Policenlaufzeit davon erfährt, dass jemand gegen ihn Schadenersatzansprüche stellen will, so hat er die Möglichkeit, dies dem Versicherer anzuzeigen. Soweit diese Meldung hinreichend konkret ist, wird ein später tatsächlich erhobener Anspruch auf das Datum der Umstandsmeldung zuzückdatiert. 
Was ist ein run-off?
Die meisten D&O-Policen sehen vor, dass sich die Deckung bei folgenden Ereignissen (Transaktion)  verändert:
  • Fusion (mit Untergang) des Unternehmens
  • Kontrollwechsel (Beherrschung), d.h. die Aktienmehrheit geht an einen anderen Aktionär über
  • Konkurseröffnung, Nachlassstundung, Liquidation o.ä.
In diesen Fällen bleibt die Police zwar noch bis zum Ende der laufenden Versicherungsperiode/-jahr bestehen, aber sie deckt nur noch Schadenersatzansprüche für Pflichtverletzungen, die vor dem Datum des Ereignisses begangen wurden, und nicht mehr solche danach. Ausserdem endet die D&O-Police dann automatisch am Ende dieser Versicherungsperiode und Schadenersatzansprüche, die danach erhoben werden, wären nicht mehr versichert.
Für diese Fälle kann beim Versicherer eine Offerte für eine run-off Versicherung beantragt werden. Dabei ist der Versicherer frei, welche Dauer und Prämie er anbieten möchte. Die run-off Deckung gewährt dann eine Nachmeldefrist.
 
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